Fußball-Bezirksliga: Drabek nimmt Mannschaft in die Pflicht

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 Ellwangen (blaues Trikot) will die Mini-Serie ausbauen.
Ellwangen (blaues Trikot) will die Mini-Serie ausbauen. (Foto: Peter Schlipf)
Nico Schoch

Spätestens seit vergangener Woche dürfte der zu Saisonbeginn erhoffte Aufstieg für den SV Waldhausen endgültig außer Reichweite sein. Nach vier Niederlagen in Folge ist der amtierende Vizemeister auf den achten Rang in der Fußball-Bezirksliga durchgereicht worden – gelingt im Derby die Trendwende?

„Um den Aufstieg mitzuspielen“, so lautete die Devise von Abteilungsleiter Harald Drabek, nachdem die Schwarz-Gelben im vergangenen Sommer als Zweiter ins Ziel gekommen waren. Zumindest bis Mitte November war der SVW noch voll im Soll, befand sich nur zwei Punkte von der Tabellenspitze entfernt. Dann aber jagte ein bitterer Nackenschlag den anderen: Dem unerwarteten 2:3-Patzer bei Kirchheim/Trochtelfingen folgte das mit einer 0:3-Niederlage gewertete Gastspiel bei Neuler. Tormann Marcel Weber hatte sich bei einem heftigen Zusammenprall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen – seine Teamkollegen fühlten sich nicht in der Lage, das Spiel fortzusetzen. Am Grünen Tisch wanderten die Punkte nach Neuler. „Dieses Urteil ist eine bodenlose Frechheit“, so Drabek, „hier wird das Fairplay mit Füßen getreten. Unser Einspruch wurde ohne vernünftige Begründung abgeschmettert.“

Das Nachholspiel bei Milan Heidenheim ging zudem mit 0:2 verloren, der Jahresauftakt wurde mit einer 1:4-Heimschlappe gegen den SV Lauchheim ebenso verpatzt. „Trotz der frühen Führung nach 30 Sekunden haben wir nach knapp 15 Minuten völlig den Faden verloren“, resümiert der Abteilungsleiter und findet deutliche Worte für einen desaströsen Auftritt: „Die Mannschaft muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie den nötigen Biss hat vermissen lassen und zu wenig Aufwand betrieben hat. Mit 70 Prozent Engagement gibt es in der Bezirksliga nichts zu holen.“ Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist auf zehn Zähler angewachsen. Auch Drabek ist deshalb klar, dass die hohen Ambitionen wohl oder übel schon vorzeitig ad acta gelegt werden müssen: „In dieser Situation brauchen wir an den Aufstieg keinen Gedanken zu verschwenden, davon sind wir meilenweit entfernt.“ Die Planungen für die kommende Runde hingegen sind weit fortgeschritten: Das Trainerteam um Jens Rohsgoderer bleibt ebenso an Bord wie die gesamte sportliche Leitung. Doch noch sind 13 Partien zu spielen, weshalb der Abteilungsleiter keinesfalls schon vorzeitig die Flinte ins Korn werfen will.

Keine Extra-Motivation

Zumal es für das ins Tabellenmittelfeld abgerutschte Waldhausen (8./26) keiner Extramotivation bedarf, wenn Unterkochen (5./29) zum Nachbarschaftsduell anreist.

„Es gibt keine Ausreden, die Mannschaft muss konzentrierter auftreten und das Ruder herumreißen“, fordert Drabek. Doch auch Unterkochen hat im Derby nichts zu verlieren, droht man doch selbst den Kontakt zur Spitze zu verlieren. Dort hat sich ein Top-Trio abgesetzt, dass derzeit die besten Karten im Rennen um den Aufstieg besitzt. Vorweg marschiert weiterhin der SV Neresheim (1./40). Der jüngste Erfolg gegen Unterkochen war bereits der sechste 1:0-Sieg in dieser Saison, zum zehnten Mal spielte der Klassenprimus zu Null. Im Heimspiel gegen den im Abstiegskampf unter Druck stehenden SV Wört (14./13) möchte der SVN nun Revanche nehmen für eine von bislang nur drei Niederlagen in dieser Saison. Nattheim (2./36) hat Neuler (6./29) zu Gast, Bettringen (3./36) will sich durch einen Auswärtserfolg weiter von Schnaitheim (4./30) distanzieren. Am Tabellenende schöpft Ellwangen (16./12) nach zwei Siegen in Folge neue Hoffnung und will gegen Gerstetten (10./18) nachlegen. Eine ebenso wegweisende Begegnung erwartet Kirchheim/Trochtelfingen (15./12) bei Lorch (15./12). Pflichtaufgaben zu lösen heißt es derweil für Lauchheim (7./26) sowie Hofherrnweiler II (9./25). Der SVL will bei Milan Heidenheim (12./16) an die starke Leistung der Vorwoche anknüpfen. Die Landesliga-Reserve vom Sauerbach hingegen empfängt Heuchlingen (13./15).

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