Freiwilige räumen den Dreck anderer Leute weg

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Was fleißige Helfer bei der Kreis-Putzete eingesammelt haben, holten die Mitarbeiter des Bauhofs (im Bild von links: Carsten Gra
Was fleißige Helfer bei der Kreis-Putzete eingesammelt haben, holten die Mitarbeiter des Bauhofs (im Bild von links: Carsten Gra
Schwäbische Zeitung

Groß Reinemachen ist am Samstag im gesamten Ostalbkreis angesagt gewesen. Vereine, Schulen und Kindergärten sorgten dafür, dass anderer Leute Abfall an Straßenrändern, in Wiesen und Wäldern eingesammelt wurde.

Von unserem Mitarbeiter  Herbert Kullmann

Glücklicherweise gibt es noch engagierte Bürger, die die Flure rund um Städte, Dörfer und Gemeinden von Unrat befreien, um sie für den Frühling fit zu machen. Sehen lassen kann sich die Aktion „Ostalb blitzblank“, denn nicht nur der Kreis ist von wild abgelagertem Müll gesäubert, auch das bürgerschaftliche Engagement verdient Bestnoten. Auf 13 000 Menschen ist der Reinigungstrupp im Kreis mittlerweile angewachsen. Allein in Aalen waren 2920 Schüler aus 19 Schulen, 720 Kindergartenkinder aus 17 Kindergärten, 375 Mitglieder von 31 Vereinen, die Mitarbeiter von sieben Firmen und unzählige Einzelpersonen beim Mülleinsammeln dabei. Ausgestattet mit Arbeitshandschuhen und Mülltüten, eingeteilt in überschaubare Quartiere zogen sie in der Frühe los, um einzusammeln, was nicht auf Feld und Wiese gehört.

Autostoßstangen, Batterien, Bauschutt, alte Fahrräder, Papier und Plastikfolien stapelten sich hernach an den Wegrändern. Um diese abzutransportieren, setzte der Aalener Bauhof vier Laster ein. Eigentlich schütteln die freiwilligen Helfer jedes Jahr aufs Neue den Kopf über die Unvernunft ihrer Mitbürger, wenn diese zum üblichen Unrat auch noch Haushaltsmüll einfach an den Wiesenrand stellen. „Eine traurige Angelegenheit“, findet Heide Vatter vom Hundesportverein angesichts der eingesammelten Müllberge. Mit ihren beiden Kindern war sie in Unterrombach unterwegs. Einen ganzen Sack voller Schnapsflaschen habe er aufgelesen, berichtet der elfjährige Thomas. Auch die anderen Helfer stießen immer wieder auf illegale Müllplätze.

Beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine des städtischen Bauhofs empörten sie sich über die „Sauerei“, die andere willentlich anrichteten. Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher bedankte sich ausdrücklich bei den Freiwilligen der Kreisputzete. Rund 50 Kubikmeter Müll sei bei der Aktion eingesammelt worden. Dies sei nur möglich gewesen, weil sich so viele Bürger engagiert hätten. Bauhofchef Georg Fürst betonte, dass ohne die Putzete seine Mitarbeiter noch Wochen benötigt hätten, um die Landschaft zu säubern. „Ich hoffe, dass die Natur nun lange vor neuer Verschmutzung verschont bleibt.“ Wenn nicht, dann will auch in diesem Jahr der städtische Bau- und Grünflächenbetrieb von Mai bis Oktober wieder eine Reinigungskolonne des Samariterstifts auf den Weg schicken, um weggeworfene Abfälle einzusammeln.

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