„Freigabe zum Zubetonieren“: Grüne ernten Widerspruch

Lesedauer: 3 Min

 Wer eine alte Hofstelle abreißt und stattdessen eine neue Wohnbebauung erstellt, erhält finanzielle Hilfe von der Stadt Aalen.
Wer eine alte Hofstelle abreißt und stattdessen eine neue Wohnbebauung erstellt, erhält finanzielle Hilfe von der Stadt Aalen. (Foto: Archiv: Florian Hahnel)

Nicht ganz konfliktfrei ist im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung des Gemeinderats die geplante Anpassung der städtischen Förderrichtlinie zur Innenentwicklung über die Bühne gegangen. Vor allem die Bemerkung von Grünen-Fraktionschef Michael Fleischer, die in der Fortschreibung des Flächennutzungsplans vorgesehene Festlegung von möglichen Wohnbauflächen bedeute nichts anderes als die Freigabe zum Zubetonieren, sorgte zwischendurch für Zündstoff.

Wer in Aalen bestehende alte Wohngebäude kauft und saniert, wer alte, das Ortsbild nicht prägende Hofstellen abreißt, um auf dem Gelände neuen Wohnraum zu schaffen, oder wer entlang von Stadt- und Ortseingangsstraßen in seinem Vorgarten bestimmte Bäume pflanzt, erhält von der Stadt dafür eine finanzielle Unterstützung. Wie viel, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem auch von der Kinderzahl des Bauherrn.

In einer ersten Beratung der Änderung der Förderrichtlinie hatten die Grünen gefordert, die Zulage pro minderjährigem Kind von 1000, wie die Stadt weiterhin vorsieht, auf 5000 Euro zu erhöhen. Dieser Antrag, so erklärte Fleischer jetzt im Ausschuss, bleibe bestehen. Um später zu signalisieren, gegebenenfalls könnte sich ja der Gemeinderat in der kommenden Woche einen Kompromiss überlegen. Entgegenkommen will die Stadt hingegen einem weiteren Antrag der Grünen, beim Abriss alter landwirtschaftlicher Gebäude die bisher geltende Untergrenze beim Baujahr, nämlich 1945, ganz zu streichen. Damit, so hieß es, habe man keine Probleme.

Fleischers zwischendurch gefallener Bemerkung, der künftige Flächennutzungsplan bedeute die Freigabe zum Zubetonieren, widersprach OB Thilo Rentschler energisch. Kein Mensch könne heute sagen, ob man in 20 oder 25 Jahren solche Flächen für eine Wohnbebauung auch tatsächlich in Anspruch nehmen müsse. Thomas Wagenblast (CDU) mahnte die Grünen zum wiederholten Male, den Menschen nicht vorschreiben zu wollen, wie sie zu bauen und zu wohnen hätten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen