Frauen protestieren gegen die Macht der Kirche

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Johannes Müller

Die bundesweite Protestaktion und der Kirchenstreik des katholischen Frauenbundes wurde auch in Aalen stark beachtet. Zahlreiche Frauen mit weißen Gewändern und Schals, aber auch einige Männer fanden sich am Sonntagmorgen vor dem Hauptportal der Salvatorkirche ein.

Während drinnen die heilige Messe gefeiert wurde, protestierten draußen die Frauen gegen die Machtstrukturen der Kirche und die Verweigerung kirchlicher Ämter. Nach dem Lied zum Motto der Aktion „Wenn viele gemeinsam träumen, beginnt eine neue Wirklichkeit“ nahm Luzia Gutknecht, die Leiterin des Aalener Frauenbundes, mit entschiedenen Worten Stellung zu den Forderungen der Katholikinnen. „Arm an Herrschaft und reich an Geschwisterlichkeit, arm an Dogmen und Gesetzen, aber reich an Dienmut und Charismen“ soll ihrer Meinung nach die Kirche sein.

Auf eine viel zu selten verkündete Schriftstelle von Paulus aus dem Galaterbrief machte Ulrike Rix, die geistliche Beirätin des Frauenbundes, aufmerksam: „Da ist nicht jüdisch, nicht versklavt noch frei, nicht männlich noch weiblich, denn alle seid ihr einzig-einig im Messias Jesus“. Die Erleuchtung, die aus diesem Schriftwort spräche, wünschte sie vielen „unerleuchteten Klerikern“.

Nach Art des Bibelteilens animierte Christine Abele-Merz darüber zur Gruppendiskussion. Lieder, Fürbitten und das Austeilen des Agape-Brotes durch die Ministrantinnen beschlossen den eindrucksvollen Gottesdienst. In gleicher Form wird der Kirchenstreik am kommenden Sonntag, 19. Mai, um 9 Uhr vor der Marienkirche fortgeführt.

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