Fiddler faszinieren in Fachsenfeld

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Samantha Harvey tippt einen leichtfüßigen, flotten Rhythmus auf die Bretter der Bühne.
Samantha Harvey tippt einen leichtfüßigen, flotten Rhythmus auf die Bretter der Bühne. (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Johannes Müller

Es ist schon eine langjährige Tradition, dass Fachsenfeld das Ziel irischer und schottischer Musik- und Tanzgruppen ist. Am Samstag wurde sie von der Formation „Fiddles&Feet“ (Geigen und Füße) in der bis auf den letzten Platz gefüllten Turn- und Festhalle fortgesetzt. Die Fans aus naher und weiter Umgebung waren von den Reels und Jigs begeistert.

Der Saal war mit irischen Symbolen dekoriert: Shamrocks, die bekannten vierblättrigen Kleeblätter, schmückten die Wände. An der Theke floss das Guiness-Bier in Strömen und türmten sich die Lachsbrötchen. Auf der Bühne moderierte Oisin Mac Diarmada das Programm. Er gilt als einer der herausragendsten Fiddler, die die grüne Insel in den letzten 30 Jahren hervorgebracht hat. Die Geige jauchzt und schluchzt unter seinen talentierten Fingern. Außerdem ist er ein fantasievoller Geschichtenerzähler.

Farbig und packend erzählt er die abenteuerlichen Geschichten, die den Hintergrund der unzähligen Songs bilden. Da entführen wilde Piraten ein unschuldiges Dorfmädchen vom Strand weg und schleppen sie mit auf‘s Meer. Da darben hungrige irische Auswanderer, die in den Staaten ihr Glück suchen. Die warme Stimme Gudrun Walthers aus der Pfalz, die faszinierende Frontfrau der Gruppe, verleiht den Figuren Gestalt und Atmosphäre.

Samantha Harvey aus Kalifornien hat in den USA den Irish Folksong kennen- und lieben gelernt. Sie tippt einen leichtfüßigen, flotten Rhythmus auf die Bretter der Bühne, wenn sie nicht gerade am Klavier sitzt und den Liedern Struktur verleiht. Dabei ist der Deckel über der Tastatur offen, sodass man die Filzhämmerchen tanzen sieht. Jürgen Treyz aus Esslingen spielt eine gepflegte Gitarre, deren Akkorde und Läufe die Melodien zum farbigen Leuchten bringen.

Obwohl es erst ihr zweites Konzert in dieser Besetzung ist, erzeugen die vier Akteure von „Fiddles und Feet“ in ihrem Zusammenspiel eine erstaunliche Dichte und Transparenz. Kein Wunder allerdings, wenn man weiß, dass sie sich alle aus einem gemeinsamen Lehrerteam kennen. Ob man die Gruppe in Fachsenfeld mal wieder erleben wird? Zunächst plant Uta Singer, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Aalen, als Fortsetzung ihrer neuen Reihe „Aalen international“ für nächstes Jahr ein Konzert mit Klezmer und Balkanmusik.

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