Feuerwehr: Was die Brandbekämpfer alles leisten müssen

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Feuerwehrmänner beobachten das Geschehen beim VfR-Spiel – im Stadion hatten die Ehrenamtlichen schon einige Einsätze.
Feuerwehrmänner beobachten das Geschehen beim VfR-Spiel – im Stadion hatten die Ehrenamtlichen schon einige Einsätze. (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Redakteurin/DigitAalen

Die Feuerwehr löscht Brände - das ist klar. Darüber hinaus leisten die Männer und Frauen der Wehren aber noch so manches mehr. Zum Beispiel beim Fußball.

Zu jedem VfR-Spiel gehören 22 Feldspieler, ein Schiri – und mindestens eine handvoll Feuerwehrleute, die abseits bei den Rettungssanitätern stehen und das Geschehen verfolgen. Der Brandschutz ist eine der weniger bekannten Aufgaben der Feuerwehr.

Grundsätzlich sind die Aufgaben der Feuerwehr auf Länderebene festgeschrieben, sagt der Aalener Feuerwehrkommandant Kai Niedziella. Ganz grob kann man sie in zwei Kategorien unterteilen: die Muss-Aufgaben und die Kann-Aufgaben. Muss heißt, ein Menschen- oder Tierleben ist in Gefahr, es brennt oder es gibt eine öffentliche Notsituation.

Amt verordnet Brandsicherheitswachen

Wie die drohende Verschmutzung des Trinkwassers durch auslaufende Chemikalien. Unter die Kann-Aufgaben fallen, wie es die Bezeichnung impliziert, weniger akute Gefahren. „Dazu gehören die Abwehr von Notlagen, Brandschutzerziehung und -aufklärung und der vorbeugende Brandschutz selbst.“ Etwa in Betrieben, in der Stadthalle oder im Stadion. „Brandsicherheitswachen“, nennt Niedziella diese Einsätze, die vom Aalener Amt für Amt für Bürgerservice und öffentliche Ordnung als Auflagen verordnet werden. Sie sind nicht zwingend an der Personenzahl festzumachen, sondern an der Art der Versammlungen oder der Versammlungsorte.

Einsatz beim Fußball

Spielt der VfR, dann stellt die Aalener Feuerwehr gewöhnlich fünf Mann. Dabei kommen drei aus Aalen und zwei aus den umliegenden Abteilungen. Zu tun hatten die Feuerwehrleute bei diesen Einsätzen schon so einiges: Da wurden Banner angezündet, Fanartikel auf einen Haufen geworfen und abgefackelt oder Pyrotechnik gezündet. „Da stehen die Einsatzkräfte Gewehr bei Fuß und beobachten, achten darauf, dass sich niemand verletzt und greifen bei größeren Flammen auch zum Feuerlöscher oder Schlauch“, berichtet Niedziella. Unter der Tribüne im Stadion gibt es eine trockene Ringleitung mit mehreren Anschlüssen. Bereiten die Wehrleute die Einsätze vor, dann befördern sie Wasser aus dem Hydrantennetz in diese Steigleitung, um im Notfall sofort löschen zu können. Einmal habe es auch unter der Tribüne nach Rauch gerochen, die Einsatzkräfte schauten nach. Im Winter leuchtet die Feuerwehr den Weg zur Hochschule mit Leuchtstrahlern aus.

Kosten übernehmen Veranstalter

Im Vergleich: Bei Einsätzen im Bürgerspital ist nur ein Feuerwehrmann zu Brandschutzzwecken vor Ort, bei Veranstaltungen in der Stadthalle sind es zwei. Die Kosten müssen jeweils die Veranstalter übernehmen.

Ein Feuerwehrmann kostet zehn Euro in der Stunde, die Fahrzeuge zwischen 120 und 200 Euro. 156 solcher Sicherheitswachen hat die Feuerwehr 2016 gestellt, davon waren 112 in der Stadthalle und 23 im Stadion. Ob es mehr oder weniger beliebte Einsätze gibt, kann der Kommandant nicht sagen. Es werde immer eine Liste aufgehängt, auf der die Ehrenamtlichen sich eintragen. „Das hat noch keine Probleme gegeben, die bis zu mir vorgedrungen sind.“

Allerdings: Es gebe attraktive wie weniger attraktive Einsätze – je nach Veranstaltungsart und Inhalt der Veranstaltung, erklärt Niedziella.

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