FCE-Trainer Chalkidis: „Aufgeben ist keine Option“

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 Neuler (weißes Trikot) schnuppert weiter an den Spitzenplätzen.
Neuler (weißes Trikot) schnuppert weiter an den Spitzenplätzen. (Foto: Peter Schlipf)
Nico Schoch

Bereits über die gesamte Saison hinweg steht der FC Ellwangen auf einem Abstiegsplatz in der Fußball-Bezirksliga. Die Flinte ins Korn geworfen haben die Blau-Roten aber noch lange nicht und blicken stattdessen dem ersten von drei Schicksalsspielen im Kampf um den Klassenerhalt entgegen. Sieben Punkte Rückstand müssen an nur noch sechs verbleibenden Spieltagen aufgeholt werden, damit das „Wunder von Ellwangen“ gelingt.

Selten hört man einen Trainer dermaßen selbstbewusst, wenn die eigene Mannschaft fast schon abgeschlagen am Tabellenende liegt. „Ich glaube zu hundert Prozent daran, dass wir den Klassenerhalt schaffen“, gibt sich Antis Chalkidis kämpferisch. Und das obwohl seine Ellwanger nach sechs Niederlagen in Folge und sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz mehr denn je mit dem Rücken zur Wand stehen. „Wir dürfen uns jetzt keine Schwankungen mehr erlauben“, weiß Chalkidis und nennt ein Spiel als „Knackpunkt“ dafür, dass der FCE trotz zwei Siegen zu Jahresbeginn wieder aus dem Tritt gekommen ist: „In Wört haben wir Chancen für mehr als zehn Tore und verlieren stattdessen unglücklich mit 0:1. Wir merken, dass uns viel Erfahrung fehlt und so zieht sich das wie eine Schleife durch die ganze Saison.“ Zusätzliche Sorgenfalten bereitet dem 35-Jährigen neben der dünnen Personaldecke auch die anfällige Defensive, die alleine in den jüngsten vier Partien 18 Gegentreffer zugelassen hat. „Und das viel zu einfach“, ärgert sich Chalkidis.

Nichtsdestotrotz lebt er die Hoffnung für den Saisonendspurt vor. „Wir sind noch lange nicht abgestiegen. Ich will mit meiner Erfahrung auf dem Feld vorangehen und die Jungs aufpäppeln“, so der Spielertrainer, der von seinem Team zugleich den „absoluten Willen“ einfordert: „Solange es noch möglich ist, müssen wir an unsere Grenzen gehen und alles für unser großes Ziel geben. Aufgeben ist nie eine Option und das versuche ich auch zu vermitteln.“ Was ihn optimistisch stimmt, ist insbesondere die Tatsache, dass der FCE trotz der aktuellen Negativserie sein Schicksal weiterhin in der eigenen Hand hält.

Zum Siegen verdammt

„Gegen Milan Heidenheim, Lorch und Heuchlingen erwarten uns drei absolute Schlüsselspiele“, betont Chalkidis und rechnet vor: „Daraus brauchen wir alle neun Punkte. Wenn es nur einer weniger wird, dann steigen wir ab – das muss man so knallhart sagen. Jedes Spiel ist jetzt ein Endspiel für uns.“

Das Auswärtsspiel bei Milan Heidenheim (11./25 Punkte) ist für Ellwangen (16./15) vielleicht die allerletzte Chance. „Wer da nicht heiß drauf ist, kann aufhören, Fußball zu spielen. Wir müssen jetzt alles andere ausblenden und unbedingt gewinnen.“ Dass die Qualität für den Klassenerhalt vorhanden sei, habe die Mannschaft bereits mehrfach unter Beweis gestellt. „Wir müssen nun weiter an uns glauben und jeden Sonntag gemeinsam an unsere Schmerzgrenze gehen“, fordert der 35-Jährige. Bis zum erhofften „Happy End“ ist es für den FCE aber noch ein weiter Weg und so dürften sich am Sonntagabend die Blicke zunächst auch wieder auf die Resultate der Konkurrenz richten. Ein vorentscheidendes Kellerduell steht zwischen Lorch (14./21) und Wört (13./22) auf dem Programm. Dabei muss Wört nach drei Niederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, um zumindest den Relegationsrang zu festigen. Harte Nüsse haben die weiteren Abstiegskandidaten zu knacken: Heuchlingen (15./19) empfängt Neuler (4./45), das auf die Aufstiegsrelegation schielen darf. Gerstetten (12./24) steht beim Titelkandidaten Bettringen (2./50) eine Herkulesaufgabe bevor. Nicht zuletzt befindet sich auch Kirchheim/Trochtelfingen (10./26) im Duell mit Unterkochen (9./36) auf dem Papier in der Außenseiterrolle.

Angeführt wird das Klassement wieder vom SV Neresheim (1./51). Der Primus muss aber bei Hofherrnweiler II (5./42) bestehen, um Bettringen (2./50) und Nattheim (3./47) auf Distanz zu halten. Zu Gast bei den Nattheimern mit ihrer Offensivreihe um Torjäger Patrick Brümmer (27 Treffer in nur 20 Partien) ist Waldhausen, der im Aufstiegsrennen nur noch eine minimale Chance besitzt. In der Tabelle weiter Boden gut machen könnte derweil Lauchheim (7./40), das zu seinem Tabellennachbarn Schnaitheim (8./39) fährt.

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