FC Ellwangen: „Glücksfall“ Pless und drei Abgänge

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 Große Freude in Ellwangen: Die neue Nummer eins Philipp Pless (Mitte, neben Helmut Wenzel (links) und Thomas Stoll (rechts) sol
Große Freude in Ellwangen: Die neue Nummer eins Philipp Pless (Mitte, neben Helmut Wenzel (links) und Thomas Stoll (rechts) soll den Bezirksligist Ellwangen in der Liga halten. (Foto: Peter Schlipf)
Sportredakteur/DigitAalen

Es war was los in Ellwangen in den vergangenen Wochen. Beim exklusiven Treffen der „Ipf- und Jagst-Zeitung“ mit den Vereinsverantwortlichen des Bezirksligisten am Donnerstagabend war allen Beteiligten anzumerken, dass sie froh sind, wenn der Ball dann irgendwann wieder rollt. Denn nicht nur die Verpflichtung des Torhüters Philipp Pless sondern auch die Abmeldung von drei wichtigen Spielern beim aktuellen Schlusslicht der Liga sorgte für einigen Gesprächsstoff rund um das Waldstadion.

Alles begann mit einer Nachfrage seitens Vorstand Helmut Wenzel beim nun ehemaligen spielenden Co-Trainer Samuel Schultes. Die Frage nachvollziehbar und für den Verein von wichtiger Bedeutung. Wenzel wollte wissen, ob der Verein auch in der restlichen Rückrunde auf den „verdienten Spieler“ zählen kann. „Daraufhin habe ich die Nachricht erhalten, er könne es nicht zu einhundert Prozent zusichern“, sagt Wenzel, der vor allem verärgert über einen Medienbericht ist, indem dem Vorstand „mangelnde Kommunikation“ vorgeworfen wird. „Gerade das kann man mir nicht vorwerfen. Ich spreche lieber einmal mehr als zu wenig“ so Wenzel weiter. Er verweist auf einen Chatverlauf zwischen Schultes und ihm, den er im Gespräch mit dieser Zeitung auch bei sich hatte, der klar beweist, dass er seinen Spieler mehr als nur einmal nach einer festen Zusage gefragt hat.

Verein muss„handlungsfähig“ bleiben

„Wir sind dann irgendwann im Gremium zu dem Entschluss gekommen, dass wir die Co-Trainer-Funktion nun auch unserem Trainer Antis Chalkidis zuteilen“, sagt Wenzel und fügt an: „Wir müssen als Verein auch handlungsfähig bleiben.“ Mitgeteilt hat Wenzel Schultes diese Entscheidung am 27. Dezember (Wechselfrist endet am 31. Dezember).

Daraufhin kam es zu einem Treffen zwischen den beiden. „Hier habe ich ihm klar gesagt, das wir ihn als Spieler unbedingt behalten wollen, denn jeder Verein kann sich glücklich schätzen, einen solchen Spieler im Kader zu haben“, so Wenzel. Aber auch im Laufe des Gesprächs gab es von Seiten des Spielers „keine feste Zusage“. Im Gegenteil: Es folgte die Abmeldung von Samuel Schultes am 31. Dezember. „Schade, aber wohl nicht mehr zu ändern“, sagt Wenzel. Es folgen vier weitere Abmeldungen von Spielern, die Wenzel und sein Team aber in „vielen Gesprächen“ wieder abwenden konnte. Lediglich der Spielleiter Benedikt Neugebauer zog seine Konsequenzen, da er wie Wenzel sagt, „getroffene Entscheidungen des Vorstands nicht mittragen könne“. Hier hofft Wenzel aber noch auf ein klärendes Gespräch, denn für ihn sei „Benedikt die ideale Besetzung“. Bislang hat ein solches Gespräch allerdings nicht stattgefunden. „Neugebauer hat aber nicht dem Verein gekündigt, denn er werde die Ellwanger Mannschaft weiter unterstützen“, stellt Ellwangens Vorstand Marketing, Thomas Stoll klar. Unterstützen soll das Ellwanger Schlusslicht für die anstehenden Spiele bis Sommer zunächst auch Futsal-Nationaltorhüter Philipp Pless, der sich den Ellwangern ab sofort angeschlossen hat. Dabei sei Pless den Ellwangern „brutal entgegen gekommen und ein Glücksfall für Ellwangen“ (Wenzel). „Ich möchte hier nicht das große Geld machen. Wenn das so wäre, dann hätte ich woanders hingehen müssen und auch können“, sagt die neue Nummer eins. Vielmehr wolle der 27-jährige Keeper der Mannschaft mit seiner Erfahrung helfen „in der Liga zu bleiben“.

Heth und Wenninger gehen

„Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren super. Da kann sich mancher höherklassige Verein etwas abschauen“, sagt Pless und fügt an: „ Langfristig sehe ich in Ellwangen mit der ganzen Infrastruktur eher einen Landes- oder Verbandsligisten.“ Die Verpflichtung von Pless (mit Stammplatzgarantie) sorgte aber nicht nur für Jubelstürme, denn die beiden bisherigen Torhüter Thomas Wenninger und Alessandro Heth kündigten daraufhin ihren Abschied an.

„Wir haben den beiden, die große Verdienste für den FC haben vor der Verpflichtung von Pless mitgeteilt, dass wir diesen Weg gehen wollen und sie haben sich daraufhin gegen den FC Ellwangen entschieden.“ Die Abgänge sollen nun mit jungen Kräften und mit „drei bis vier weiteren Spielern aufgefangen werden“. Bislang hatte der FC Ellwangen in diesem Winter neben Pless bereits den Stürmer Raphael Klein (SSV Stimpfach) verpflichtet. Bei einem weiteren potenziellen Neuzugang aus der „Bezirksliga“ fehlt laut Stoll „noch die Unterschrift“. Bis zum Trainingsauftakt des FC Ellwangen am 28. Januar könnte also noch etwas passieren an der Jagst. Dann aber so hoffen die Verantwortlichen ausdrücklich nur noch positives. „Vielleicht war dieses letzte Störfeuer nötig und nun können wir allesamt nach vorne blicken“, sagt Stoll.

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