Für Sophie beginnt das Abenteuer Swasiland

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 Am Frankfurter Flughafen ging es für Sophie Endle am vergangenen Sonntag los. „Zum Glück hat alles in meinen Rucksack gepasst“,
Am Frankfurter Flughafen ging es für Sophie Endle am vergangenen Sonntag los. „Zum Glück hat alles in meinen Rucksack gepasst“, sagt sie. Sie hat sich vor allem bei der Kleidung auf das Nötigste beschränkt. „Das hätten vor allem meine Freunde nie von mir gedacht.“ (Foto: Lena-Luisa Maier)
Lena-Luisa Maier

Mit Waisenkindern spielen und ihnen bei den Hausaufgaben helfen. Sophie Endle möchte in ihren Ferien nicht einfach nur Urlaub machen, sondern mit anpacken. Vor einem Jahr hat sie sich entschieden, mit einer Hilfsorganisation ins südliche Afrika, nach Swasiland zu gehen, und an dem sogenannten „Sport Coaching Projekt“ mitzuwirken. Seit einem Jahr bereitet sich die Aalenerin auf ihre dreiwöchige Reise vor. Los ging es am 4. August.

Sophie Endle. 18 Jahre alt, rote lange Haare, moderne schwarze Brille und eine silberne Halskette in Form einer Weltkarte. „Die habe ich von meiner Schwester, ich bin ihre Weltenbummlerin.“ Es ist Sophies erste große Reise – und dann gleich alleine. „Meine Freunde waren alle ganz schockiert“, erzählt sie. Und auch ihre Eltern waren am Anfang nicht sehr begeistert. „Aber die wissen, dass ich so ein Kind bin.“ Mit so einem Kind meint sie, dass sie gerne Neues erlebt. Und dass sie weiß, was sie will. Vor über einem Jahr hat sie die Reise ins südliche Afrika gebucht, sich das Geld dafür hauptsächlich selbst zusammengespart. „Für mich ist das auch nicht selbstverständlich. Man muss eben etwas tun, um sich so etwas erfüllen zu können.“ So hat sie in ihrer Freizeit in einer Tanzschule gearbeitet und auf Kinder aufgepasst.

Täglich geht’s in die Waisenhäuser

„Ich kann gut mit Kindern“, erzählt Sophie. Sie war auch schon Betreuerin in einer Kinderfreizeit. Deshalb hat sie sich das „Sport Coaching Projekt“ – ein Projekt mit Kindern – im Internet ausgesucht. Jeden Vormittag wird Sophie mit anderen Freiwilligen an Schulen und Waisenhäuser fahren und mit Kindern etwas Sportliches unternehmen. „Wir bringen ihnen zum Beispiel das Schwimmen bei.“ Am Nachmittag gibt es dann einen „Homework Club.“ Das bedeutet, dass die Freiwilligen den Kindern bei den Schulaufgaben helfen.

In jeder Schule und in jedem Waisenhaus hat Sophie immer das gleiche Kind, mit dem sie sich beschäftigen darf. „Das finde ich gut, weil ich glaube, dass man so eine Bindung aufbauen kann.“ Gerade davor hat sie aber auch ein bisschen Angst – dass ihr das Gehen nach drei Wochen schwerfallen wird. „Ich lasse so etwas schon sehr nahe an mich ran.“

Es gibt viele Waisenkinder in Swasiland. „Das ist leider so, denn viele Eltern haben Aids“, erklärt Sophie. Sie hat sich viel mit dem Land beschäftigt, viel gelesen. Sie weiß, dass Swasiland einen König hat und eigentlich gar nicht mehr Swasiland heißt und dass öffentliche Gebäude nicht fotografiert werden dürfen.

„Ich wollte nicht einfach so ins kalte Wasser springen, ich wollte schon vorbereitet sein.“ Deswegen hat sie auch keine Angst, dass ihr etwas passieren könnte. Wenn Sie vor etwas Angst hat, dann davor, dass sie krank wird. „Das wäre mein Horror.“ Aber auch hier ist sie vorbereitet. „Seit Januar war ich jede Woche beim Impfen.“

Nächste Reiseziele stehen fest

Ihre Freunde und Verwandten will sie über den Instagram-Blog sophiegoesafrika auf dem Laufenden halten. „Dann muss ich nicht jedem einzeln schreiben.“ Auch eine kleine Kamera, eine GoPro, hat sie sich extra gekauft. Denn sie möchte ihre Eindrücke festhalten. „Ich bin jetzt einfach nur gespannt, wie es da wirklich aussieht“, sagt Sophie kurz vor ihrer Abreise am 4. August. Denn auch von der abwechslungsreichen Landschaft hat sie gehört: Berge, Grün, Steppe.

Ihre nächsten Reiseziele kennt Sophie schon: Namibia und vielleicht Indien. „Ich werde das nicht zum letzten Mal machen, da bin ich mir sicher.“

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