Fünfte - Klopfer überzeugt bei Debüt

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Ein Moment, den sie wohl nie vergessen wird: Theresa Klopfer startet für Deutschland.
Ein Moment, den sie wohl nie vergessen wird: Theresa Klopfer startet für Deutschland. (Foto: Torben Staudenmaier)

Mehr als nur bleibende Eindrücke hat Kunstradsportlerin Theresa Klopfer vom RV Ebnat bei der Deutschen Nationalmannschaft gesammelt. Bei der Europameisterschaft der Junioren im Hallenradsport in Bazenheid belegte die Sportlerin am Ende den fünften Platz.

Die Basis wurde in vielen Jahren Trainingsarbeit gelegt. Training drei-, vier- auch fünfmal die Woche, natürlich auch in den Ferien und an zahlreichen Wochenenden zu Lehrgängen an die Sportschule und zum Stückpunkt nach Frankfurt. Durch die Junior-Masters-Serie musste Klopfer mit Trainervater Thomas nach oben kämpfen. Denn jedes einzelne Ergebnis wird zu einer Qualifikationspunktzahl addiert, die entscheidet, ob man einen der zwei Startplätze in der deutschen Formation bekommt. Die Anreise nach Bazenheid war am Mittwoch zusammen die Nationalmannschaft mit eigenem Arzt und Physiotherapeuten, mit dabei auch die Sportler, die für den Verletzungsfall aufrücken werden. Und dann war es für Klopfer so weit: Am vergangenen Samstag schritt sie mit der sechsthöchsten aufgestellten Schwierigkeitspunktzahl auf die Fläche. Fünf Minuten für 25 Übungen begannen mit ihrem Startruf zu laufen: Lenkerhandstand hoch gedrückt und makellos gespannt gehalten, Steiger rückwärts einbeinig gefahren, Damensitzsteiger mit perfekt gestrecktem Bein und Dornstandsteiger reihen sich an, Sattel-Lenkerstand rückwärts, Übergang vom Reitsitz- zum Steuerrohrsteiger und anschließend rückwärts, fließend in den Fronthang und wieder hoch in den Steuerrohrsteiger und in die Drehungen mit „Bierdeckel-Größe“ stark. Vom Fronthang hoch in den Kehrstandsteiger mit Armrudern und das Gleichgewicht stabilisiert.

Anspannung erkennbar

Dann war die Anspannung zu erkennen. Nach zwei Minuten der Drehsprung was bedeutet aus dem Sitzen im Sattel mit abstützen auf dem Lenker eine 360°-Drehung zeigen und wieder in den Sattel kommen. Bei 4:25 fängt die Übungsfolge an, bei der in wenigen Sekunden die Übergänge und Übungen sich im Stakkato aneinander reihen. Im Kehrlenkersitzsteiger, das heißt verkehrt herum im Sattel sitzend auf dem Hinterrad in die Drehungen gehen und die Schwungmasse Lenker/Vorderrad durch starke Kraftanstrengung beherrschen und schwerelos in die große Runde ziehen.

Hoch ziehen in den Kehrsteuerrohrsteiger ziehen und rückwärts in die Wechselrunde fahren, wobei der Richtungswechsel das „i-Tüpfelchen“ darstellt, weil dieser auf einer Fläche von 50 Zentimetern zu vollziehen ist, dann anhalten und in die Vorwärtsbewegung wechseln, wobei die Zeit ein sofortiges Hinein drücken in die Drehungen erfordert. Ein kurzes Umsteigen in den Kehrsteuerrohrsteiger und die nächsten Drehungen folgen und da lief das Rad etwas weg. Kurz das Rad in den Kehrhang gesenkt und sofort wieder hochgezogen in den Kehrsteuerrohrsteiger, wieder kurz abgesenkt und vom Kehrhang hoch in den Standsteiger, also auf dem Hinterrad fahrend und das Rad senkrecht vor ihrem Körper und rückwärts und nach einer halben Runde hat sie ihre Kür bei ihrem Debüt in Topform präsentiert. Der Beifall des fachkundigen Publikums wird bestätigt durch das Lob von Bundestrainer Markus Klein. Mit etwas höheren Punktzahlen starten noch Nina Stangier und Alessa Holz für die Schweiz und nach diesen beiden Darbietungen steht fest, dass Theresa Klopfer um einen Platz nach vorne rückt. Dann starten noch drei Sportlerinnen. Zunächst Lorena Schneider im Trikot mit dem österreichischen Bundesadler. Dann Ramona Dandl aus dem bayrischen Bruckmühl, mit der sich Klopfer in Bazenheid das Zimmer teilt, fährt ihre Kür schön durch und muss anerkennen, dass Julia Walser, die amtierende Europameisterin auch in diesem Jahr den Titel für die Alpenrepublik sichern wird.

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