„Es ist eine andere Welt“

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 Ein Jahr lang haben Rebecca Stippl und Maximilian Fürst freiwillig bei der Wohnungslosenhilfe der Caritas in Aalen gearbeitet.
Ein Jahr lang haben Rebecca Stippl und Maximilian Fürst freiwillig bei der Wohnungslosenhilfe der Caritas in Aalen gearbeitet. (Foto: Sibylle Schwenk)
Aalener Nachrichten

Wie es sich anfühlt, keine Wohnung zu haben, keinen Rückzugsort und keinen Ort zum Schlafen, das haben Rebecca Stippl (21) und Maximilian Fürst (18) noch nie am eigenen Leib verspüren müssen. Jetzt, in dem Jahr bei der Wohnungslosenhilfe der Caritas in Aalen, sind sie damit jeden Tag in Kontakt gekommen. „Es ist eine andere Welt“, sagt Rebecca Stippl. „Und diese Welt ist spannend, interessant, manchmal macht sie betroffen, manchmal ist es auch echt witzig“, ergänzt Maximilian Fürst.

Die beiden haben bei der Wohnungslosenhilfe ein Freiwilliges Soziales Jahr beziehungsweise einen Bundesfreiwilligendienst hinter sich. Dass dieses Jahr jetzt zu Ende geht, empfinden beide als sehr schade. „Es war eine tolle Zeit, in der wir mit sehr schweren Schicksalen in Berührung gekommen sind“, erzählen Rebecca und Maximilian. Und auch wenn es abgedroschen klinge, sei es tatsächlich so: „Wir haben so viele neue Erfahrungen gesammelt“.

Kein Tag gleicht dem anderen

Mit den Klienten zur Bank gehen, zum Arbeitsamt, einen Arztbesuch vorbereiten oder die Freizeit gestalten – all dies haben Rebecca und Maximilian im vergangenen Jahr gemacht. Begleitet vom Team der Wohnungslosenhilfe und dem Leiter der Einrichtung, Wolfgang Lohner, haben sie ihre Arbeit immer gern gemacht. „Es ist total abwechslungsreich, kein Tag gleicht dem anderen“, berichten die jungen Leute.

Rebecca Stippl hatte die Zeit bis zu ihrem Studienbeginn im Herbst zu überbrücken. Ähnlich ging es Maximilian Fürst, der künftig Sozialmanagement studieren will. Ganz kurzfristig konnten sich die beiden bewerben und auch gleich beginnen. „Das war einfach klasse, dann sofort eine Arbeit zu haben und zu wissen, dass man etwas total Sinnvolles tut“, erinnern sich die beiden.

Wenn sich die Zeit bei der Wohnungslosenhilfe jetzt dem Ende zuneigt, so gehen sie doch nicht mit leeren Händen . „Ich habe den Umgang mit Menschen und die Organisation von Abläufen gelernt“, lässt Rebecca wissen. Dabei wurde ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Und das nimmt sie mit in ihre Zukunft. Und auch Maximilian wird vieles in Erinnerung behalten, was ihm hier so gut gefallen hat. Nicht nur die persönlichen Kontakte, sondern auch das ganze Umfeld, das Team. „Das wird mir alles sehr fehlen“, gibt der 18-Jährige zu. Ein bisschen noch bleibt er der Wohnungslosenhilfe erhalten, denn: „Ich mache Nachtdienste und bekomme dafür auch eine kleine Aufwandsentschädigung“.

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