„Es ist ein geiler Job!“

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Es ist seine erste Trainerstation im Profifußball. Stefan Ruthenbeck wehrt sich gegen das Wort Zwischenbilanz, erklärt jedoch, w
Es ist seine erste Trainerstation im Profifußball. Stefan Ruthenbeck wehrt sich gegen das Wort Zwischenbilanz, erklärt jedoch, wie für ihn die ersten Monate auf dem Chefsessel waren. (Foto: Peter Schlipf)
Schwäbische Zeitung

Stefan Ruthenbeck hat die ersten 17 Spiele als Trainer des Zweitligisten VfR Aalen hinter sich gebracht. Eine Zwischenbilanz wolle er nicht ziehen, wie er mehrfach betonte. Dennoch erklärte er im Gespräch mit unserem Redakteur Timo Lämmerhirt, wie es ihm in diesen ersten Monaten erging und wie er die Hinrunde bewertet.

Herr Ruthenbeck, wenn Sie schon keine Bilanz ziehen wollen, dann sagen Sie uns doch wenigstens, wie Sie persönlich die ersten 17 Spiele erlebt haben.

(lacht) Das ist eine gute Frage. Ich habe relativ schnell festgestellt, dass dieses Geschäft ein sehr hartes ist. Viele meine Kollegen wurden bereits entlassen, was diese Einschätzung untermauert. Außerdem ist mir klar geworden, dass die 2. Liga sehr ergebnisorientiert ist. Du kannst 1:0 gewinnen und schlecht gespielt haben, dennoch jubelt Dir jeder zu. Ist das umgekehrt, jubelt keiner.

Aber damit scheinen Sie bislang ganz gut umgehen zu können?

Ich denke schon, dass das der Fall ist. Es ist ein schwieriges Geschäft - dennoch habe ich einen Traumjob! Ich kann mich jeden Tag mit Fußball beschäftigen und bekomme auch noch Geld dafür. Zumal bekomme ich auch viel zurück. Speziell die jungen Spieler zahlen es mit ihrem Engagement zurück. Es ist ein geiler Job! Aber, und das habe ich auch gemerkt: So schnell Du oben bist, so schnell bist Du auch wieder unten.

Sie sind ein Fan von jungen, entwicklungsfähigen Spielern. Daraus haben Sie nie einen Hehl gemacht. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Spielern wie Leandro Grech, Robert Lechleiter oder Oliver Barth, um nur drei Beispiele älteren Semesters zu nennen?

Das funktioniert hervorragend. Speziell die Erfahreneren gehen den eingeschlagenen Weg voll mit, wollen auch noch dazu lernen. Das war nicht unbedingt zu erwarten und freut mich natürlich besonders.

Zu Beginn der Saison sagten Sie, dass es außer dem medialen Interesse nicht so viele Unterschiede zur Oberliga gibt. Sehen Sie das nach 17 Spielen auch noch so?

Grundsätzlich ja. Die Jungs ticken da schon ähnlich. Ich habe auch schon in der Oberliga viel mit den Spielern gesprochen und auch ähnlich viel riskiert.

Das mache ich auch heute noch. Natürlich ist alles etwas stärker, alles etwas intensiver. Aber das ist ja auch verständlich, denn es ist der Job der Spieler, mit dem sie ihr Geld verdienen.

Wer aus Ihrem Kader ist die positive Überraschung?

(überlegt) das ist schwierig. Vielleicht ist es die Entwicklung von Enrico Valentini, Michael Klauß, Manuel Junglas und Fabian Weiß. Allerdings habe ich diese Entwicklung von diesen Spielern auch erwartet. Sie haben vielleicht den größten Schub gemacht. In der vergangenen Saison haben sie eine noch eher untergeordnete Rolle gespielt.

Und was ist die negative Überraschung?

Da gibt es keine. Wirklich nicht.

Werden Sie sich im Winter nach Verstärkungen umsehen?

Das ist grundsätzlich das Thema von Sportdirektor Markus Schupp. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass jemand kommt, wenn wir jemanden verlieren würden. Was aber nicht heißen soll, dass wir jemanden abgeben möchten.

Zwei Rückrundenspiele stehen noch an. Daheim geht es am Freitag gegen Sandhausen, dann reisen Sie zur SpVgg Grether Fürth. Wie werden Sie diese beiden Spiele angehen?

Wir müssen wieder aggressiver werden. Sandhausen wird ein ähnlich unangenehmer Gegner werden wie Paderborn und Greuther Fürth ist ein absolutes Spitzenteam der 2. Liga. Wir müssen wieder dahin kommen, wo wir von der Einstellung her gegen St. Pauli oder Union Berlin waren, dann werden wir auch erfolgreich sein.

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