Erwin-Rommel-Straße in Aalen: Forderungen nach Umbenennung werden lauter

Lesedauer: 4 Min
Aalener Nachrichten

In der Frage, ob die Erwin-Rommel-Straße im Aalener Hüttfeld umbenannt werden soll, hat die regionale Arbeitsgruppe Ostwürttemberg des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ jetzt Position bezogen: Sie unterstütze diese Initiative zur Umbenennung und halte es für dringend geboten, diese öffentliche Ehrung einer NS-Größe kritisch zu hinterfragen, heißt es in einer Stellungnahme.

Erwin Rommel sei unwidersprochen Hitlers „Lieblingsgeneral“ gewesen. Und Rommel sei, entgegen dem anhaltenden Mythos um ihn, nachweislich seinem Führer bis in den befohlenen Freitod treu ergeben gewesen. Daraus, so die Arbeitsgruppe, würden sich heute starke Zweifel an Rommels Person und seiner Eignung als Namensgeber für öffentliche Orte ergeben.

Der Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ verweist darauf, dass Rommel in aller Regel strikt alle Befehle und Anweisungen aus Berlin befolgt habe. Anders als oft behauptet, habe Rommel in Ägypten den Angriffskrieg gegen das britische Empire mit großer Härte geführt. Bis heute lägen in Ostlibyen und Westägypten über eine Million scharfer Minen, ein Fünftel der heute weltweit bekannten noch aktiven Minen, die bis in die Gegenwart hinein – wöchentlich – neue Opfer forderten.

Schließlich habe Rommel 1943 in Italien Verbrechen an ehemals verbündeten italienischen Soldaten, die sich dem Widerstand anschlossen oder deren Zugehörigkeit zu den Partisanen vermutet wurde, eindeutig befohlen.

„Es mag sein, dass Rommel ahnte oder wusste, dass es auch in Deutschland Widerstand gegen Hitler gab. Entscheidend aber ist, dass aus dieser Ahnung beziehungsweise diesem Wissen niemals entsprechende Handlungen erwachsen sind“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Widerständisches Verhalten sei nicht belegt

Dies habe auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags im Februar 2019 bestätigt: „Irgendein aktives widerständisches Verhalten konnte für Rommel bis heute von der historischen Forschung nicht belegt werden“, habe der Dienst formuliert.

Schon aus diesen genannten Gründen sei eine fortdauernde Ehrung Erwin Rommels unangebracht, schreibt der Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ weiter. In einer Demokratie sollte es selbstverständlich sein, Nationalsozialisten und ihre Profiteure, zu denen Rommel schon aufgrund seiner herausragenden Funktion gehört habe, in keiner Weise positiv zu würdigen

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen