Empfang für Ehrenbürger Ulrich Pfeifle

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Ulrich Pfeifle (Zweiter von rechts, neben seiner Frau Margret) habe den Boden für viele internationale Städtepartnerschaften be
Ulrich Pfeifle (Zweiter von rechts, neben seiner Frau Margret) habe den Boden für viele internationale Städtepartnerschaften bereitet, auch für die mit der italienischen Stadt Cervia. Der italienische Generalkonsul Massimo Darchini (links) zeichnete Aalens Alt-Oberbürgermeister bei einem Empfang zu dessen 75. Geburtstag mit dem Verdienstorden der Republik Italien aus. Pfeifle habe Sensationelles für die Stadt Aalen erreicht, sagte auch Aalens OB Thilo Rentschler (rechts). (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Ulrich Pfeifle hat in seinen knapp 30 Amtsjahren Sensationelles für die Stadt Aalen und ihr Umland erreicht. So hat OB Thilo Rentschler seinen Vor-Vorgänger und Aalener Ehrenbürger bei einem Empfang im Rathaus gewürdigt. Anlass war der 75. Geburtstag, den Pfeifle am Dienstag feierte.

Der offizielle Teil war, wie beim Jubilar schon immer üblich, sehr kurz, dafür der anschließende Meinungsaustausch um einiges länger. Der langen Liste seiner Ehrungen durfte der Alt-OB übrigens eine weitere hinzufügen: Pfeifle wurde mit dem Verdienstorden der Republik Italien ausgezeichnet und darf nun die Ehrenbezeichnung „Cavaliere (Ritter)“ tragen.

An seinem Geburtstag war erstmals Feiertag in ganz Deutschland und so durfte Pfeifle bereits in der Stadtkirche zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen beim feierlichen Gottesdienst zum Reformationsjubiläum. Im Rathaus gratulierte dem Jubilar im Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter die früheren Bürgermeister Heinz Holzbaur, Eberhard Schwerdtner und Manfred Steinbach, OB Rentschler im Namen der Stadt. Es sei eine enorme Leistung, 30 Jahre Oberbürgermeister einer erfolgreichen Stadt zu sein, wandte er sich an Pfeifle. Dies sei einerseits ein Traumberuf mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, andererseits aber eine „nicht enden wollende Herkulesaufgabe mit gepflegter öffentlicher Prellbock-Funktion für so gut wie alles und jedes der Stadt.“

Diesen Spagat habe sein Vor-Vorgänger 30 Jahre lang ausgehalten und getragen. Wie viel er dabei erreicht habe, zeige sich daran, dass es zurzeit immer wieder etwas zu feiern gebe, was auf Pfeifle zurückgehe – vom Tiefen Stollen über das Stadttheater bis zur Deutschen Limesstraße, zu den Limes-Thermen und zur lokalen Agenda 21-Bewegung, einer der erfolgreichsten Bürgerinitiativen im Land. Daher gelte es nicht nur einen Geburtstag zu feiern, sondern auch ein Lebenswerk.

Unbändiger Gestaltungswille

Am Ehrentag des Prälatensohns Pfeifle und am Tag des Reformationsjubiläums traten auch Martin Luther und Christian Friedrich Daniel Schubart auf, verkörpert von Philipp Dürschmied und Arwid Klaws, und trugen Texte vor, die der Intendant des Theaters, Tonio Kleinknecht, geschrieben hatte. So monierte „Luther“, dass der schwäbische Stadtreformator Pfeifle in die Politik abgewandert und nicht beim geistlichen Stand geblieben sei. Am meisten kreidete er ihm die „Verbrüderung mit den Türken“ an, während „Schubart“ sich freute, dass Pfeifle mit seinem unbändigen Gestaltungswillen nicht, wie er selbst, auf dem Asperg eingekerkert worden sei. Der gelungene Auftritt der beiden mündete in einem gemeinsamen Anstoßen auf den Jubilar, sorgte für viel Heiterkeit und wurde mit starkem Beifall quittiert.

Der italienische Generalkonsul Massimo Darchini sagte, viele seiner Landsleute hätten Pfeifle ins Herz geschlossen, seit er bereits 1984 für ein Kommunalwahlrecht für ausländische Mitbürger plädiert habe. Der frühere OB habe den Boden für viele internationale Städtepartnerschaften bereitet, auch für die mit der italienischen Stadt Cervia. Auch in Form der damaligen Casa d’Italia an der Aalener Bahnhofstraße habe er sich um die Integration bemüht. Daher überreichte Darchini Pfeifle den Verdienstorden Italiens in Würdigung seiner Verdienste um das Land.

„Ja, ich war sehr gerne OB dieser Stadt“, bekannte Pfeifle. „Und es ist schön, auch nach zwölf Jahren im Ruhestand zu spüren, dass man nicht vergessen ist, und dass auch viele Menschen gerne an die gemeinsame Zeit zurückdenken.“ Er sei dankbar für eine stabile Gesundheit und dafür, in einem Staat leben zu dürfen, in dem jeder nach seiner Facon selig werden könne. Er wünsche sich, dass seine Kinder und Enkel unter ebenso günstigen Bedingungen leben dürfen wie er, und eine weiterhin gedeihliche Entwicklung der Stadt.

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