Elite Ade - KSV ringt in Bezirksklasse

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Das neue Team von links: Thomas Hildebrandt, Anton Nuding, Manuel Hamm, Helmut Westphal, Manfred Klingler, Ralf Luschnig, Ortwi
Das neue Team von links: Thomas Hildebrandt, Anton Nuding, Manuel Hamm, Helmut Westphal, Manfred Klingler, Ralf Luschnig, Ortwin Mäurer, Florian Betzler, Markus Schmid, Martina Göhringer und Yvonne Schmid. (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur/DigitAalen

Die gute Nachricht vorweg: Die Ringer des KSV Aalen wird es weitergeben. Die schlechte Nachricht: Die glorreichen Zeiten mit Meisterschaft und Bundesliga sind für mehrere Jahre vorbei. Da ging bei vielen Mitgliedern des Vereins fast schon unter, dass die Ostalbbären neben einem neuen Präsidenten endlich wieder ein vollständiges Präsidium haben.

Schon vor dem Beginn der Mitgliederversammlung hatte der ehemalige Trainer der ersten Mannschaft, Anton Nuding, ein schlechtes Gefühl: „Lassen wir uns mal überraschen, aber ich befürchte nichts Gutes.“ Er sollte recht behalten. Nur wenige Minuten nach Beginn, ließ die neue und alte Sportliche Leiterin die Bombe platzen: „Wir haben uns im Präsidium entschieden, dass wir unsere bisherige zweite Mannschaft zur Ersten machen werden“, sorgte Martina Göhringer für den Paukenschlag. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Verein in Zukunft in der Bezirksklasse an den Start gehen wird. Mit welchem Trainer und welcher Mannschaft ist völlig offen.

Viele Mitglieder hätten sich zur Not noch mit der Oberliga oder der Verbandsliga anfreunden können, aber der komplette Neustart - für viele ein Schock. Denen entgegnete Göhringer nur: „Wir haben schon oft versucht, einen Neustart zu wagen. Doch immer wieder haben wir uns dann doch umstimmen lassen und weiter für die Bundesliga gemeldet. Danach haben wir dann nur noch wenig von den Leuten gehört, die uns auf diesem Weg unterstützen wollten.“

Gelingen soll der Neustart endlich mit neuen und eigenen Ringern aus der Schmiede des KSV. „Daher ist für uns auch nach Gesprächen mit den Trainern klar, dass wir komplett runtergehen müssen. Für unsere Ringer besteht dann die Chance, sportlich aufzusteigen“, so Göhringer weiter. Damit ist klar: Der Halbfinalkampf und das Aus gegen Ispringen im Dezember vergangenen Jahres war in der langen und traditionsreichen Geschichte des KSV für lange Zeit der letzte Kampf auf diesem Niveau. Schon ein paar Tage zuvor hatte der KSV aufgrund von Differenzen mit dem Deutschen Ringer Bund auf eine Meldung für die kommende Spielzeit in der Bundesliga verzichtet. Dafür soll der KSV nun eine Strafe von 5000 Euro bezahlen. „Diese ist aber noch keineswegs beschlossen und höchst umstritten“, sagt Markus Klingler, der die Finanzen bislang betreute.

Finanzen in Ordnung

Finanziell schließt der KSV das vergangene Geschäftsjahr mit einer ausgeglichenen Bilanz ab. Einnahmen von rund 337 800 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 338 200 Euro gegenüber. Insgesamt waren die vergangenen Jahre mit Olympiasiegern, Welt-und Europameistern im Kader aber ein finanzieller Kraftakt, der sich nicht im Zuschauerinteresse widerspiegelte hat. In sieben Heimspielen hatte der KSV gerade einmal je rund 340 zahlende Zuschauer. Den Neustart werden die Aalener dafür aber wieder mit einem vollständigen Team im Vorstand antreten.

Luschnig führt das Team an

Zum neuen Präsidenten wurde Ralf Luschnig gewählt. Er will sein „ganzes Herzblut“ in den KSV investieren und den Neuaufbau vorantreiben. Sein Vize ist der 27-jährige Fachsenfelder Florian Betzler. Neuer Hauptkassierer ist Ortwin Mäurer. Sportliche Leiterin bleibt Martina Göhringer, neue Schriftführerin ist Yvonne Schmid. Das Beisitzerteam bilden: Manuel Hamm, Thomas Hildebrandt und Anton Nuding. Kassenprüfer sind Helmut Westphalia und Manfred Klingler, der bislang interimsweise die Finanzen des KSV geregelt hat. Als Jugendleiter wurde der erst kürzlich gewählte Markus Schmid von den Mitgliedern bestätigt. Sie alle wollen die Ostalbbären mit jungen eigenen Kräften wieder nach oben führen.

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