Eine Familie mit vielen Seiten und Saiten

Lesedauer: 4 Min
Sieben Ensembles und Orchester bestritten das große Nachwuchskonzert „Spot On! The Strings“ als Pilotprojekt. Unser Bild das Kam
Sieben Ensembles und Orchester bestritten das große Nachwuchskonzert „Spot On! The Strings“ als Pilotprojekt. Unser Bild das Kammerorchester des Wasseralfinger Kopernikus-Gymnasiums. (Foto: Markus Lehmann)
Schwäbische Zeitung
Markus Lehmann

Ein bisher einmaliges Pilotprojekt ist das große Nachwuchskonzert der Aalener Streicherfamilie „Spot on! The Strings“ in der Stadthalle gewesen. Der Name war Programm – so ziemlich jedes Streichinstrument erklang – mal in einem großen symphonischen Klangapparat oder dann in einem beschaulichen Trio, in dem die Solisten sich in Szene setzen durften. Dabei zeigten die sieben Ensembles und Orchester, dass diese Streicherfamilie ziemlich viele Seiten und Saiten hat. Die große Bandbreite des Repertoires reichte von Barock bis zum Musical.

So ein Nachwuchskonzert gab es in dieser Form noch nicht in Aalen. Dabei zeigte sich: Ja, bei Streichmusik denkt man oft erst einmal an die Klassik.

KGW-Kammerorchester eröffnet den Reigen

Das „Musikgymnasium“, das Kopernikus-Gymnasium (KGW) in Wasseralfingen, hatte mit seinem Kammerorchester den Streicher-Reigen eröffnet. Mit Antonio Vivaldis „Concerto per 2 Violoncelli ed Archi“, einem Allegro und Joseph Haydns 19. Symphonie in D-Dur.

Streichmusik kommt aber auch ganz populär, gewaltig und nur zu gut leinwandtauglich daher. Das Vororchester der Musikschule gab die Kostprobe mit dem „Fluch der Karibik“, da kommen dem zahlreichen Publikum natürlich gleich Jack Sparrow und seine geliebte „Black Pearl“ in den Sinn.

Das Streicherensemble des Aalener Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) startete klassisch. Mit Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ aus seiner Neunten Sinfonie, dem „Freude, schöner Götterfunken“. Die Musikschule legte als Streichquartett mit dem „Phantom der Oper“ nach.

Unter anderem Böhmens Tradition und gediegene Folklore mit Dvoraks „Slawischen Tänzen“ hatte das Orchester des Schubart-Gymnasiums (SG) mitgebracht, das KGW-Cello-Ensemble unter anderem einen Evergreen, den man nicht unbedingt gleich mit Streichmusik in Verbindung bringt: Glenn Millers „Moonlight Serenade“ muss nicht als Bigband-Standard daherkommen. Der Beweis war mehr als geglückt.

Die Bandbreite ging aber noch weiter. Das THG-Streicherensemble stimmte das Traditional „Oh Freedom“ an, zuvor ein „Wiegenlied“, nämlich „Nigthwind Lullaby“.

Fidel, temperamentvoll, südamerikanisch und auch auf den Bauch zielend ging’s weiter mit der „Toccatina“ (Musikschule), Santana in Concert und der „Fiesta Tropicale“ (Schubart-Gymnasium) und „Old MacDonald had a Party“! der Musikschule. Ein großes Finale setzte den Höhepunkt an dieses beeindruckende Konzert – die gemeinsame „Highland Cathedral“, „Over the Rainbow“ und zum Schluss den Militärmarschs „Land of hope and glory“. Der Applaus bewies: Solch eine Leistungsschau der Aalener Streichfamilie darf gerne wiederholt werden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen