Einbrecher machen keine Ferien

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Einbrecher schlagen besonders oft zu, wenn niemand zu Hause ist.
Einbrecher schlagen besonders oft zu, wenn niemand zu Hause ist. (Foto: Daniel Maurer / dpa)
Redakteurin/DigitAalen

Die Rollläden sind den ganzen Tag geschlossen, der Briefkasten quillt über. Wenn dann noch ein Fenster gekippt ist, ist das fast schon eine Einladung für Einbrecher. Mit dem Start der Sommerferien in etwa drei Wochen fahren auch viele Aalener in die Ferne. Kriminelle haben dann ein besonders leichtes Spiel. Holger Bienert vom Polizeipräsidium Aalen gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Ein proppenvoller Briefkasten könne ein Indiz dafür sein, dass jemand längere Zeit verreist ist. Hier sei es sinnvoll, einen Bekannten oder Nachbarn zu bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren, rät Bienert.

„Die Rollläden sollten der Tageszeit entsprechend offen oder zugezogen sein“, sagt Bienert. Entweder bittet man die Nachbarn, diese zu öffnen und zu schließen, oder man installiert Zeitschaltuhren. Diese könnte man auch fürs Licht nutzen. Denn wenn abends Licht brennt, vermittele das dem Einbrecher das Gefühl, dass jemand zuhause ist und er versuche erst gar nicht ins Haus zu gelangen. Die meisten Einbrecher handelten eher spontan. „Es kommt fast nicht vor, dass Täter ein Haus über mehrere Tage beobachten. Sie sehen ein Haus mit geschlossenen Rollläden oder einem überquellenden Briefkasten. Dann wird vielleicht durch Klingeln noch geprüft, ob jemand zu Hause ist“, sagt Bienert.

Hoher Sicherheitsstandard

Er rät, schon beim Bau oder bei einer Renovierung auf einen hohen Sicherheitsstandard bei Fenstern und Türen zu setzen. „40 Prozent der Einbrüche scheitern schon beim Versuch“, so Bienert. So könne man Eindringlinge am besten abwehren.

Wichtig sei es auch, die Haustüre bei Abwesenheit nicht nur zu schließen, sondern wirklich abzuschließen. Auch durch gekippte Fenster gelangten Kriminelle leicht ins Haus. „Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster“, so Bienert.

Generell gelte es, aufmerksam zu sein und seine Nachbarn über Reisen zu informieren. „Wer verdächtige Fahrzeuge oder Personen in der Straße sieht, sollte sich nicht scheuen, die Polizei zu rufen“, so Bienert.

In Wohnungen oder Einfamilienhäuser werde vor allem tagsüber eingebrochen, in Firmengebäuden schlagen die Täter meist nachts zu, weiß Bienert. Doch es komme natürlich auch vor, dass Bewohner Einbrecher auf frischer Tat ertappen. Was kann man dann tun? „Das kommt ganz auf die Situation an. Generell sollte man aber nicht den Helden spielen und sich in Gefahr begeben“, so Bienert. Er rät, den Notruf zu wählen, und den Einbrecher auf sich aufmerksam zu machen, damit dieser von seinem Vorhaben ablässt.

Opfer leiden psychisch

Viele Opfer leiden noch lange unter der Tat. „Einbruchsopfer können oft nicht verarbeiten, dass jemand in den eigenen intimen Lebensbereich eingedrungen ist“, sagt Bienert. Umso ratsamer sei es, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Mit geringem Aufwand könne man Täter schon abschrecken und eine Tat verhindern

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