Ein Zirkusabend voller Höhepunkte

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Der Zirkus Charles Knie gastiert noch bis zum Donnerstag, 4. Oktober, in Aalen. Die finale Vorstellung am Donnerstag findet um 16 Uhr statt.

Mit einer atemberaubenden Show voller Höhepunkte hat der Zirkus Charles Knie am Dienstag sein Gastspiel in Aalen eröffnet. Bei der Abendvorstellung spendeten die Zuschauerinnen und Zuschauer im nahezu vollbesetzten Zelt stehenden Applaus.

Es dauerte ein bisschen, bis sich das Aalener Publikum von seinen Plätzen erhob, um den Künstlerinnen und Künstlern des Zirkus Charles Knie die verdienten stehenden Ovationen zu schenken. Vielleicht lag das auch daran, dass viele Zuschauer es einfach nicht wahrhaben wollten, dass die Vorstellung schon zu Ende war. Nahezu drei Stunden lang schien unter der Zirkuskuppel die Zeit stillzustehen und auch die Schwerkraft war bei manchen Nummern zumindest ein wenig außer Kraft gesetzt. Zum Beispiel bei Tatiana Kundyk auf dem Schlappseil. Sie schafft es, einen Stuhl auf dem Seil zu balancieren und sich auf das Möbel zu setzen, als ob es das Selbstverständlichste der Welt wäre. Oder bei den Messoudi Brothers, die zu Beginn der Vorstellung mit Bällen und Keulen wirbelten und gegen Ende der Show waghalsige Menschenpyramiden bauten. Oder bei der Trapeztruppe The Flying Wulber, die den dreifachen Salto mortale perfekt beherrschen – hoch in der Zirkuskuppel, aber auch auf dem Trampolin.

Schon als zu Beginn der Show erhabene Wüstenschiffe durch die Manege zogen, schwand das Zeitgefühl. Die einzelnen Nummern gingen nahtlos ineinander über, weil ein perfekt eingespieltes Team für minimale Umbaupausen sorgte.

Tiertrainer Alexander Lacey bringt zwölf Löwen und Tiger dazu, dass sie sich wie Dominosteine auf die Seite legen. Tiger springen von einem Podest zum anderen, während zwei Löwenmännchen dazwischen stehen, als ob es sie überhaupt nichts anginge. Und dann richtet sich der Tiger Max in der Manege zur vollen Größe auf. Zur Belohnung gibt’s Streicheleinheiten von Lacey, der als Weltstar unter den Tiertrainern gilt.

Der großartige junge Clown Henry kommt aus Venezuela, seine Stachelfrisur wirkt, als habe er Mikadostäbchen im Haar. Für einige seiner Nummern holt er sich Mitstreiter aus dem Publikum in die Manege. Die spielen dann auf Kuhglocken den Elvis-Klassiker „It’s now or never“, während Henry als Dirigent den Takt schlägt. Später mimt Henry einen tollpatschigen Kellner, der einen glamourösen weiblichen Gast bedient und dabei kein Fettnäpfchen auslässt. Wunderbar ist dabei das Spiel seiner Augen zu beobachten, denn sie sind die Augen eines unverfälschten Kindes.

Der Zirkus Charles Knie gastiert noch bis zum Donnerstag, 4. Oktober, in Aalen. Die finale Vorstellung am Donnerstag findet um 16 Uhr statt.

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