Ein Zeichen, dass Integration gelingen kann

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Redakteurin/DigitAalen

„Deutschland ist mittlerweile meine Heimat und in Aalen fühle ich mich voll integriert“, sagt Irena Cicak. Die 34-Jährige ist eine von 15 neuen Staatsbürgern, die die Stadt Aalen und der Landkreis am Rande des Internationalen Festivals am Samstagnachmittag willkommen geheißen haben. Im Foyer des Rathauses wurden sie öffentlich eingebürgert.

Oberbürgermeister Thilo Rentschler zollte den neuen Staatsbürgern seinen Respekt für ihre Entscheidung. Sie seien ein Beispiel, dass Integration gelingen kann. In Aalen leben über 120 Nationen friedlich miteinander. „Und wir werden alles daran setzen, dass das so bleibt und sie sich in der Stadt und im Ostalbkreis wohlfühlen“, sagte Oberbürgermeister Rentschler und verurteilte Hetzereien der AfD, dumme Parolen und rechtes Gedankengut aufs Schärfste.

Neuer Lebensabschnitt beginnt

Dass der Ostalbkreis erst durch die Vielfalt an Kulturen stark geworden ist, betonte Landrat Klaus Pavel. Mit der Entscheidung, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, beginne nun ein neuer Lebensabschnitt. Dieser bedeute allerdings keine Abkehr von der Herkunft und der Vergangenheit, sondern sei ein Bekenntnis für eine gemeinsame Zukunft. „Mit der Einbürgerung haben sie jetzt die Möglichkeit mitzugestalten und ich ermutige sie dazu, das zu tun“, sagte Pavel und sprach unter anderem die Kommunalwahlen im kommenden Jahr an.

Thomas Wagenblast, Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat und Dezernent für Ordnung, Verkehr und Veterinärwesen im Landratsamt, nahm den Frauen und Männern anschließend das Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung ab. Danach sangen alle unter der musikalischen Begleitung des Jungen Kammerchors unter der Leitung von Stephan Kühling die deutsche Nationalhymne.

Sechs der neuen Staatsbürger leben in Aalen, sechs in Ellwangen, zwei in Schwäbisch Gmünd und einer in Mögglingen. Unter den neu Eingebürgerten ist Irena Cicak. Die 34-Jährige stammt aus Kroatien, lebt allerdings seit 26 Jahren in Aalen. Hier ist sie aufwachsen, zur Schule gegangen und hat hier ihre Ausbildung zur Technischen Zeichnerin gemacht. „Ich fühle mich als Deutsche und Aalen ist meine Heimat“, nennt Irena Cicak einen Grund, warum sie sich dazu entschlossen hat, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. In der weltoffenen und toleranten Kreisstadt möchte sie weiterhin leben, arbeiten und alt werden.

Ellwangen ist die neue Heimat

Den Schritt in ein neues Leben gewagt haben auch Lavinia und Alexandru Chitimus, als sie vor sieben Jahren von Rumänien nach Deutschland oder besser gesagt nach Ellwangen gekommen sind, wo das Ehepaar heute noch lebt. „Als Arzt hat man es in Rumänien schwer“, sagt Lavinia Chitimus, die in der Kinderklinik am Ostalb-Klinikum arbeitet. Ihr Mann ist Oberarzt an der Ellwanger Virngrundklinik. Das Ehepaar fühlt sich in der neuen Heimat wohl, in der vor zwei Jahren auch ihr Sohn Darius zur Welt kam. Mit der Einbürgerung sind sie jetzt auch auf dem Papier Deutsche. Die Integrationsarbeit, die die Kommunen im Ostalbkreis leisten, sei toll. „Der wichtige Schritt, dass Integration allerdings gelingen kann, ist die Sprache“, sagt Lavinia Chitimus.

Der Liebe wegen ist Christian Jesús Muñoz de León nach Deutschland gekommen. Seit fast vier Jahren lebt er gemeinsam mit seiner Frau Yvonne in Stödtlen. Kennengelernt haben sich die beiden in Guatemala. „Uns war es wichtig, dass wir als Familie die gleiche Staatsangehörigkeit haben“, sagt das Ehepaar. Vor allem nach der Geburt ihrer neun Monate alten Tochter Sarah Luise sei dieser Schritt nun nahe liegend gewesen. Der 32-jährige Chirurg, der am Nördlinger Krankenhaus arbeitet, freut sich, dass er mit der Einbürgerung nun auch aktiv mitgestalten und wählen kann. „Deutschland ist ein tolles, gerechtes und sicheres Land. Und ich bin froh, jetzt ein Bürger dieses Landes sein zu können.“

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