Ein Stück Heimat für die ganze Stadt

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Zahlreiche Besucher haben am Sonntag mit einem Gottesdienst (unser Bild) und einem Gartenfest das 50-jährige Bestehen der Kolpi
Zahlreiche Besucher haben am Sonntag mit einem Gottesdienst (unser Bild) und einem Gartenfest das 50-jährige Bestehen der Kolpinghütte gefeiert. (Foto: Peter Schlipf)
Johannes Müller

Bei schönstem Wetter sind am Sonntag über tausend Besucher zur 50 Jahre alten Kolpinghütte am Albuch geströmt. Dem Gartenfest zum Jubiläum voraus ging der Festgottesdienst auf der Terrasse mit Ausblick über die ganze Stadt. Pfarrer Wolfgang Sedlmeier sprach der Kolpingsfamilie Aalen ein „großes Dankeschön“ für das außerordentliche ehrenamtliche Engagement aus. Was in zwei Generationen gesät, gewachsen und gereift sei, komme als Begegnungsstätte der Allgemeinheit zugute.

„Glaube macht gesund“, hob der Präses der Kolpingsfamilie, Diakon Ottmar Ackermann, in seiner Festpredigt hervor. Ausgehend vom Evangelium, das die Heilung und Auferweckung des Töchterchens vom Synagogenvorsteher zum Thema hatte, stellte der Präses die Bedeutung der Religion und des persönlichen Glaubens für die Gesundheit und die Lebensfreude heraus. Anfechtungen, Krankheit und Leid blieben zwar nicht erspart, seien aber in der Kraft des Glaubens und im Gottvertrauen eher ertragbar.

Adolf Kolping habe als Gründer der Kolpingsfamilie neue Wege gefunden und gelehrt, wie gelebter Glaube den Gemeinschaftssinn, gegenseitige Hilfe und Verantwortung für den Nächsten stärke und fördere. Gerechtes und gutes Miteinander trage zu einem gelingenden Leben bei, sagte Ackermann. Der Chor der Marienkirche unter Leitung von Chordirektor Ralph Häcker gestaltete die Liturgie mit festlichen mehrstimmigen Gesängen. Mit dem Kanon „Dona nobis pacem“ bezog Häcker die große Schar der Besucher mit ein. An der Orgel begleitete Stefan Seibold.

Einweihung am 6. Juli 1968

Martin Joklitschke dankte als erster Vorsitzender allen Mitwirkenden und erinnerte an die Einweihung der Kolpinghütte am 6. Juli 1968. „Damals hatten wir hier noch keinen Strom und keinen Wasseranschluss.“ Vieles sei inzwischen mit bemerkenswert hohem Maß an ehrenamtlichem Einsatz zur Verbesserung und Erweiterung der Einrichtung – vom Spielgelände bis zur barrierefreien Toilette und dem Wickeltisch für die „jüngsten Besucher“ – geschaffen worden.

Ein Ort der Begegnung

Dass davon als Treffpunkt, als „Ort des Wohlfühlens“ und Stadtranderholung für Kinder die ganze Bevölkerung profitiere, betonte Wolfgang Steidle. Der Erste Bürgermeister Aalens überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und von Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Er erinnerte an die Tatsache, dass die Baugenehmigung für eine Anlage in freier Natur damals vor 50 Jahren nicht einfach gewesen sei. Nun sei aber daraus längst ein geschätzter Ort der Begegnung, des Austausches und ein Stück Heimat entstanden. Für Renovierungsmaßnahmen übergab Steidle einen Scheck „zum Kauf von ein paar Eimern Farbe“.

Die Kolpingsfamilie habe ein wirkungsvolles Modell der Zusammenarbeit entwickelt, sagte Pfarrer Sedlmeier in seinem Grußwort. Das Modell sei geprägt von Großzügigkeit, erkennbar am Verzicht auf die Miete für die Stadtranderholung mit Kindern aus den katholischen Pfarrgemeinden, geprägt aber auch von Mut und Offenheit für eine lebendige Kirche. Dankbar sei man auch dem Hüttenteam, bei dem auch ehrenamtliche Kräfte über die Kolpingsfamilie hinaus mitwirken. „Diese Einstellung tut uns gut, der Kirche und der Stadt“, sagte Sedlmeier und überreichte für die 70 Ehrenamtlichen Gutscheine für das frisch gebraute Sankt-Maria-Bier.

Viel Unterhaltung geboten

Nach Mittagessen, Kaffee und Kuchen verbrachten die Besucher frohe und gemütliche Stunden beim Gartenfest. Man ließ sich unterhalten bei den Klängen der Aalener Stadtmusikanten, bei Attraktionen und Spielen der Kinder und Jugendlichen. Mancher kassierte originelle Gewinne bei der Kolping-Lotterie. Wie jedes Jahr geht auch diesmal wieder ein beträchtlicher Teil der Einnahmen des Gartenfestes an Projekte für Hilfsbedürftige.

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