Utopia im Park? Klingt zu schön um wahr zu sein. Die Premiere von „Jedem seine Insel“ mit (rechts, von oben) Alessandra Ehrlich,
Utopia im Park? Klingt zu schön um wahr zu sein. Die Premiere von „Jedem seine Insel“ mit (rechts, von oben) Alessandra Ehrlich, Mirjam Birkl, Arwid Klaws und Marcus Krone (links) musste ins Trockene ausweichen. (Foto: Karolina Tomanek)
Markus Lehmann

Weitere Termine (jeweils 18 Uhr Schloss Fachsenfeld): Freitag, 18. Mai; Sonntag, 3. Juni, Freitag, 8. Juni (ausverkauft); Samstag, 9. Juni. Karten: Telefon 07361 / 522600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder unter www.reservix.de

Utopia in einer geerbten Villa. Vier Freunde proben als Mini-Kollektiv den Ausstieg aus der Gesellschaft und sind dabei nicht frei vom Dünkel, besonders zu sein. „Wir sind besonders!“ rufen sie bei der Premiere von Kerstin Pells „Jedem seine Insel“ im Fachsenfelder Schlossgarten. Beziehungsweise im Ökonomiegebäude. Denn dahin war dieser utopische Spaziergang wetterbedingt verlegt worden. Deshalb wurde dieses erstmals als durchgängige Stück im Schlossgarten inszenierte Stück streckenweise improvisiert – was ihm inhaltlich keine grundlegend neue Handlung und Wandlung gab, aber zu neuen Perspektiven führte.

In dem Debüt von Kerstin Pell, bisher als Regieassistentin am Aalener Theater und auch Autorin des Stücks, geht es um ein Experiment, um den Traum vom erfüllten Zusammenleben außerhalb der üblichen Konventionen, um Wünsche. Oder um Hirngespinste?

Björk (Alessandra Ehrlich) erbt ein stattliches Anwesen mit Park. Das passt prächtig zum Schlosspark mit seinen geschwungenen Wegen, dem zentralen Teich, den mächtigen Mammutbäumen. Die Villa erklärt sie prompt zum Gemeineigentum für die etwas skeptisch-weltfremde Studentin Kathrin (Mirjam Birkl), den gar nicht bangen Mitdreißiger Moritz (Marcus Krone) und für den biederen Durchschnittsarbeiter Robert (Arwid Klaws). Alle vier wollen ihr altes Leben abstreifen, ausbrechen, es besser machen. Es geht um Ideologien, wie man im eigenen Kosmos die Welt verbessern kann oder eben nicht. Mal taucht das legere Lebensgefühl auf, Mal die ernstere Seite einer Gruppendynamik unter diesen völlig unterschiedlichen Charaktere.

In den vergangenen Jahren wurde mit diesen Spaziergängen Appetit gemacht auf das Sommerstück, in diesem Jahr für „Was ihr wollt“ im Wasseralfinger Schloss (Premiere am 30. Juni). „Jedem seine Insel“ hat die Österreicherin Kerstin Pell geschrieben, diese Premiere war also auch für sie eine als Autorin und Regisseurin in Doppelfunktion. Aufgeregt, so erzählt sie, war sie nicht vor der ersten Aufführung. Sie war es aber sehr wohl bei der ersten Leseprobe mit den Schauspielern. Denn: „Wenn man ein Stück schreibt, denkt man doch dauernd, ob das funktionieren wird.“ Als die Schauspieler dann gut auf das Stück reagierten und ihren Spaß dabei hatten, war der Bann gebrochen. Allerdings: „Das Stück ist schon für den Park ausgelegt und auf ihn zugeschnitten.“ Wie das Ensemble auf diese regenbedingte Improvisation reagierte – „das war eine sehr große Leistung.“

Weitere Termine (jeweils 18 Uhr Schloss Fachsenfeld): Freitag, 18. Mai; Sonntag, 3. Juni, Freitag, 8. Juni (ausverkauft); Samstag, 9. Juni. Karten: Telefon 07361 / 522600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder unter www.reservix.de

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