Ein Flashmob der Radfahrer

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 Unter dem Motto „Wir behindern den Verkehr nicht, wir sind der Verkehr“ will eine Initiative am Freitag, 24. Mai, auf den Radve
Unter dem Motto „Wir behindern den Verkehr nicht, wir sind der Verkehr“ will eine Initiative am Freitag, 24. Mai, auf den Radverkehr in Aalen aufmerksam machen. (Foto: Guido Kirchner/dpa)
Aalener Nachrichten

Unter dem Motto „Wir behindern den Verkehr nicht, wir sind der Verkehr“ will eine Initiative am Freitag, 24. Mai, auf den Radverkehr aufmerksam machen. Für dieses einfache Konzept werden Mitfahrer gesucht.

„Es ist ein einzigartiges Gefühl, sich die großen Straßen mit vielen anderen Radfahrern zu teilen“, erzählt Andreas Sienz vom einfachen Prinzip einer sogenannten Critical Mass (Masse der Radfahrer). Der 19-Jährige ist gemeinsam mit Christian von Hören (18) und Mareike Garreis (16) schon oft bei dieser Aktion in Stuttgart mitgefahren. Als sie im April mit sieben weiteren Aalenern dort waren, stand für sie fest: Das muss es auch in Aalen geben.

Bereits seit mehr als 25 Jahren gibt es die Bewegung Critical Mass in zahlreichen Städten weltweit. Man wolle zeigen, dass Radfahrern im Straßenverkehr mehr Platz eingeräumt werden müsse, weiß Christian von Hören und ergänzt: „Die Aktion soll auch eine Werbung für das Fahrrad als kostengünstiges, umweltfreundliches, schnelles und gesundes Verkehrsmittel sein.“

Gemeinsam geht’s durch die Aalener Straßen

Auf einen Treffpunkt haben sich die jungen Radfahrer auch schon geeinigt. Am 24. Mai soll es um 18.30 Uhr an der „Rosa Villa“ bei der Kocherbrücke in der Curfeßstraße losgehen. Als Verband geht es dann durch die Straßen Aalens.

„Als Verband, der aus über 15 Radfahrern besteht, ist man von der Radwegbenutzungspflicht entbunden und wir können eine Ampel geschlossen passieren, auch wenn sie mittendrin rot wird“, erläutert Andreas Sienz den Paragraph 27 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Es müsse diese Mindestanzahl erreicht werden, man hoffe jedoch auf noch mehr Teilnehmer.

Andreas Sienz fährt fort: „Je mehr, desto besser. Schließlich wollen wir der Tatsache Nachdruck verleihen, dass die Bedürfnisse der Radfahrer auch in Aalen leider nur selten hohe Priorität erfahren.“

Eine monatliche Fortführung ist geplant

Dennoch könne nicht von einer Demonstration die Rede sein. Weil man lediglich das tue, was viele der Teilnehmer täglich tun: Radfahren. „Es geht darum, allen die Augen dafür zu öffnen“, erklärt Mareike Garreis, sodass es Absicht sei, auch den Autoverkehr zu verlangsamen. Doch Andreas Sienz betont: „Ein respektvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ist uns wichtig. Weder Auto- noch Radfahrer haben nicht immer Vorfahrt.“

Als Initiatoren weisen die drei Radfahrer darauf hin, dass jeder auf eigene Verantwortung mitfahre. „Veranstalter sind wir nicht, es ist eher mit einem Flashmob zu vergleichen, auch wenn eine Anmeldung beim Ordnungsamt dennoch erfolgt.“ Eine regelmäßige, in den Sommermonaten monatliche Fortführung sei bei genügend Resonanz angedacht.

Die Aktion entsteht in Kooperation mit der Aalener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ACFC). Am Ende solle es noch ein gemütliches Beisammensein aller Radfahrer mit Snacks und Getränken im Theodor-Heuss-Gymnasium geben, lädt Mareike Garreis ein, doch sie will noch nicht zu viel verraten.

„Zu viele Mitfahrer gibt es nicht“, meint Andreas Sienz abschließend, und fügt hinzu: „Nicht zu vergessen ist, dass bei alldem auch der Spaß im Vordergrund steht.“ Also eben einfach eine Radtour mit Freunden und Gleichgesinnten.

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