Drei künstlerische Positionen

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Andreas Rosenthal, 1950 in Düsseldorf geboren und wohnhaft in Münster, hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert geradezu obses
Andreas Rosenthal, 1950 in Düsseldorf geboren und wohnhaft in Münster, hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert geradezu obsessiv mit dem Holzschnitt beschäftigt. (Foto: Kunstverein)
Aalener Nachrichten

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr. Infos: www.kunstverein-aalen.de

Der Kunstverein Aalen zeigt in seiner Galerie im Alten Rathaus vom 16. Juni bis zum 21. Juli die Ausstellung „Iring ten Noever De Brauw – Andreas Rosenthal – Ulrich Wagner“. Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 16. Juni, um 11 Uhr.

Der Kunstverein Aalen widmet seine kommende Ausstellung drei künstlerischen Positionen: So werden Arbeiten von Iring ten Noever De Brauw, von Andreas Rosenthal und von Ulrich Wagner gezeigt.

„Ein kleines Geheimnis muss übrig bleiben“

Iring de Brauw sagt über seine Kunst: „Ein kleines Geheimnis muss übrig bleiben“. Seine Bilder mögen Titel haben, Geschichten erzählen und dem Betrachter neue Blickwinkel eröffnen, aber einen Namen für ihre Richtung will er nicht finden müssen. De Brauws Acrylmalereien, die mit ihren sprühenden Farben die Flächen beherrschen, seine Zyklen, die menschliche Gefühle zu Farbstrukturen abstrahieren, dazwischen mythologisch anmutende Holzplastiken und Steine – alle Arbeiten zeigen einen sehr eigenen Stil. So ist das Oeuvre seines Schaffens höchst individuell. Mit seinen neuesten Werken ist der 77-Jährige angekommen – bei sich, bei den Themen Kirchen und Schiffe, die ihn bereits sein Leben lang begleitet haben. Und er ist angekommen im Zeitgeschehen und bei der Unmittelbarkeit, die alle Unterschiede zwischen Ding- und Gefühlswelt aufzuheben scheint.

Rosenthal arbeitet mit allen möglichen Werkzeugen

Andreas Rosenthal, 1950 in Düsseldorf geboren und wohnhaft in Münster, hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert geradezu obsessiv mit dem Holzschnitt beschäftigt. Dabei interpretiert er die Technik auf ganz eigene bildhauerische Weise (auch Skulpturen existieren von ihm). Denn nicht nur mit Hohleisen und Grabstichel, auch mit Kettensäge, Axt und Winkelschneider bearbeitet er den Druckstock. Druckte Rosenthal anfangs mit schwarzer Farbe auf weißem Papier, so ging er bald dazu über, in mehreren Schichten auf schwarz eingefärbtem Papier mit weißer oder blaugrauer Farbe zu drucken. Insbesondere die großformatigen Holzschnitte der Serie „Steine“ im Morat-Institut scheinen zudem malerisch, nämlich mit dem Pinsel bearbeitet zu sein.

Gleichwohl bezeichnet sich Rosenthal nicht als Holzschneider oder Maler, sondern als Zeichner. Seine Druckstöcke heißen bei ihm „Zeichenbretter“. Die Arbeit an ihnen vergleicht er mit der Arbeit in einem Steinbruch. Ausgangspunkt für die von 1992 bis heute sich kontinuierlich erweiternde Serie waren historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Schon in der brachialen Entstehungsweise sind die Holzschnitte ein Pendant der historischen Destruktionen und Umwälzungen.

Wagner: Zeichner und plastischer Gestalter

Der norddeutsche Künstler Ulrich Wagner ist Zeichner und plastischer Gestalter. Seine Arbeiten sind stets in Wechselbeziehungen und Korrespondenzen zu sehen. Dabei ist Wagners Thema das des ständigen Wandels und der Veränderung als immerwährende Gegenwart. Zu seinen Arbeiten sagt der Künstler: „Meine Zeichnungen zeigen häufig den Prozess der Entstehung und das Ringen um Klärung mit allen Stärken und Ambivalenzen. Ähnlich verhält es sich mit meinen Plastiken: Ich zerschneide Karton, baue auf, zerstöre, verändere bis sich eine Möglichkeitsform herauskristallisiert. Sind die Gebilde abgeschlossen, bekommen sie eine Fassung als atmende Haut.“

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr. Infos: www.kunstverein-aalen.de

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