Die Region ehrt ihre Talente

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Die Preisträger des Innovationspreises Ostwürttemberg 2017 zusammen mit den Laudatoren und Jurymitgliedern.
Die Preisträger des Innovationspreises Ostwürttemberg 2017 zusammen mit den Laudatoren und Jurymitgliedern. (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Am Freitagabend ist in Heidenheim der Innovationspreis Ostwürttemberg 2017 vergeben worden. Beworben haben sich 60 Einzelpersonen, Firmen, Schulen und Institutionen. In die Auswertung kamen 53. Preisträger sind: Tanja Angstenberger von der gleichnamigen Bäckerei und Konditorei in Wasseralfingen, Alessa Dreixler von der Hochschule Aalen, die Schülerfirma Global Players S-GbR des Hellenstein-Gymnasiums Heidenheim, die Firma Gaugler & Lutz aus Ebnat und die Firma HBI Haerter GmbH aus Heidenheim.

Mit dem Preis ehrt die Region Talente und Patente. Ziel des Innovationspreises ist es, diese Leistungen herauszustellen. Ausrichter dieses Preises sind die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Region, die IHK Ostwürttemberg sowie die Kreissparkassen Heidenheim und Ostalb. Letztere stellen die Preisgelder in Höhe von zusammen 6500 Euro bereit. Laudatoren waren am Freitagabend Landrat Klaus Pavel, die IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, die Vorstandsvorsitzenden der KSK Ostalb, Carl Trinkl, und der KSK Heidenheim, Dieter Steck, sowie der Rektor der Hochschule Aalen, Gerhard Schneider.

Tanja Angstenberger ist die Brezelkönigin. Doch das ist allenfalls der vorerst letzte Titel der Wasseralfinger Bäcker- und Konditorenmeisterin. Sie gewann bereits die deutsche Meisterschaft und war bei der Europameisterschaft der Bäcker-Junioren erfolgreich. Im April 2016 wurde sie in die Bäcker-Nationalmannschaft berufen. Pavel sprach in seiner Laudatio von einer engagierten jungen Frau, die eine junge und dynamische Generation Ostwürttemberger repräsentiere. Im Moment bereitet sich Angstenberger auf die Weltmeisterschaften in ihrem Handwerk im Jahr 2020 vor.

Alessa Dreixler studiert Gesundheitsmanagement an der Hochschule Aalen. Neben ihrem Studium entwickelte sie zusammen mit Tobias Heuer die Anwendung VRMotion. Dabei handelt es sich um eine auf virtuelle Realität basierte Trainingsanwendung für Schlaganfallaptienten. Ziel dieser Anwendung ist, die Handmotorik zu verbessern. Dabei werden spezielle Bewegungsabläufe, die nach einem Schlaganfall wieder erlernt werden müssen, in einer virtuellen Umgebung spielerisch trainiert. Mit VRMotion, so heißt es in der Dokumentation, könnten Patienten zeitlich flexibel und eigenständig, begleitend zu ihren Therapien, virtuell trainieren. Das sei ein Projekt, das die Welt ein bisschen besser machen könne, sagte Trinkl.

Die Global Players S-GbR ist eine Schülerfirma des Hellenstein-Gymnasiums in Heidenheim. Das Team entstand aus einem deutsch-indischen Schüleraustausch. Die Gruppe analysierte traditionelle indische Spiele und entwickelte das neue Brettspiel Samana. Dieser Prozess sei vergleichbar mit der historischen Entstehung des deutschen Mensch-ärgere-dich-nicht aus dem indischen Spiel Pachisi, sagte Michaela Eberle.

Gaugler & Lutz in Ebnat beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Auswahl und Verarbeitung von Kernmaterialien im Leicht- und Sandwichbau. Anwendung finden die Produkte im Bereich der Windkraft, im Straßen- und Schienenverkehr oder im Schiffsbau. Sondersegmente finden in der Medizintechnik und in der Architektur Anwendung. Neben den Industrieprodukten vertreibt das Unternehmen Produkte für den Sport-, Reha und Freizeitbereich. 2016 erhielt Gaugler & Lutz das Patent für ein Verfahren, mit dem flächenförmige Kernmaterialbahnen für Kernschichten von Sandwichbauteilen hergestellt werden können. Dieses Verfahren ermögliche die Herstellung flexibler Formen mit wenig Verschnit, erläuterte Schneider.

Die HBI Haerter ist eine Gesellschaft in Heidenheim, deren Schwerpunkt bei der Planung und Ausführung von Tunnellüftungen, Immissionsgutachten und Sicherheitsfragen liegt. Die HBI hat sich eine Erfindung patentieren lassen, bei der es um die Führung einer Schiebetür zum Abschluss von Räumen, insbesondere von Tunneln, geht.

Eine besondere musikalische Note verlieh dem Abend Josephine Eckle. Die junge Frau ist Bundespreisträgerin bei Jugend musiziert im Fach Gesang. Sie wurde von Simon Abele am Piano begleitet.

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