Die Gang lässt die Sau raus

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 Bluesman durch und durch: Ignaz Netzer veredelte den Auftritt von Blues & the Gang im Frapé.
Bluesman durch und durch: Ignaz Netzer veredelte den Auftritt von Blues & the Gang im Frapé. (Foto: peter schlipf)

Fixe Termine zwischen den Jahren? Klar: Weihnachten, Silvester, Dreikönig. Und natürlich der Abend mit Blues & the Gang und den Downtown Horns im Aalener Frapé. Seit fünf Jahren mischt die Band aus dem Raum Aalen/Ellwangen am Abend vor dem Dreikönigstag die feiermüden Bluesfans nochmal auf.

Als Special guest hatte die Bluesgang um Gitarrist und Sänger Paulus Schmidgall diesmal Ignaz Netzer dabei. Der entpuppte sich als Bluesman durch und durch – egal, ob mit Gitarre, Harp oder am Mikro. Das überwiegend ältere Publikum im nicht ganz ausverkauften Frapé war hin und weg.

„Wir haben ihn bei einem unserer Auftritte im Hohenlohischen kennengelernt“, erzählt Gang-Chef Schmidgall vor dem Gig, „da hab’ ich ihn einfach angerufen und gefragt, ob er mitspielen will.“ Er wollte. Der 62-Jährige aus Neuenstein darf auf eine lange, lange Karriere auf den Bühnen der Bluesclubs zurückblicken, spielte schon mit Champion Jack Dupree oder Barbara Dennerlein.

Das erste Set spielte die Bluesgang noch ohne ihn, das zweite läutete Netzer mit einer schönen Version des Stones-Hits „You gotta move“ ein. „Das Stück ist älter als Keith Richards“, erklärte er lachend, nachdem Posaunist Ralf Bock kurz und charmant den Gast vorgestellt hatte. Überhaupt, die Klassiker: Den „Stormy Monday Blues“ zum Beispiel, den brachte die neunköpfige Formation plus Stargast so richtig zum Fliegen. Ein ums andere Mal durfte sich zum Beispiel Paul Gräupner an den Tasten auszeichnen. Oder „Let the Good Times Roll“, frei übersetzt nach Netzer: „Lass die Sau raus!“

Und mit Carina Deutscher verfügt die Band zudem über eine weitere tolle Stimme – etwa bei „Pride and Joy“, auch so ein Klassiker. Und als zur Zugabe auch noch Flex von den Stumpfes bei „She caught the Katy“ von Taj Mahal einstieg, da gab’s kein Halten mehr.

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