Die Bilanz: 371 Kilometer in 24 Stunden

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 Was für eine Leistung. Die Ostalb-Runners spulten Kilometer ab.
Was für eine Leistung. Die Ostalb-Runners spulten Kilometer ab. (Foto: LAC)
Aalener Nachrichten

Der 24-Stunden-Lauf ist eine der Disziplinen im Ultralauf. Ziel ist es, möglichst viele Kilometer innerhalb von 24 Stunden zu laufen. Häufig werden solche Läufe auf Rundstrecken von wenigen Kilometern Länge veranstaltet, denn Pausen zum Verpflegen und Schlafen sind hier selbstverständlich. Die Top Läufer allerdings laufen auch schon mal die ganze Zeit und absolvieren so zwischen 200 und 250 Kilometer. Bei den Deutschen Meisterschaften 2019 in Bottrop wurde im Rahmenwettbewerb auch ein Staffelwettbewerb für zwei bis zehn Läufer angeboten. An diesem nahm auch ein Team von der Ostalb unter dem Namen „Ostalb Runners“ als eine von zehn Staffeln teil,

Das Team bestand dabei aus André Damrat, Stefan Donn, Alexander Götz, Ralf Damrat (alle LAC Essingen), Raphael Heilmann (Laufsport Gruszka Aalen), Nico Damrat, Tobias Damrat (beide Arriba Göppersdorf, vormals LAC Essingen), David Hinze, Laura Sanktjohanser und Constantin Boffa (alle vereinslos). Nach kurzen Diskussionen im Team im Vorfeld des Wettbewerbes war schnell klar: Man will nicht nur mitlaufen, sondern die 360 Kilometer übertreffen, was eine Laufpace von unter vier Minuten pro Kilometer entspricht. Das wurde auch so dem Veranstalter übermittelt, allerdings wurde das Team für dieses hohe Ziel anfänglich belächelt.

Damrat setzt sich ab

Start des Wettbewerbes war am Samstag um 11 Uhr. Gelaufen wurde auf einer 1,25 Kilometer langen ebenen Strecke in einem Parkgelände. Direkt nach Start setzte sich André Damrat vom Rest des Feldes ab.

Nach rund 400 Metern hatte er schon weit über 100 Meter Vorsprung, auch auf die anderen Staffeln. Während andere Teams ihre Läufer bis zu einer Stunde laufen ließen, wechselten die Ostalb Runners jede Runde. Nach einer Stunde standen so schon 18,5 Kilometer auf der Anzeigentafel, vier mehr als bei dem zweitplatzierten Team. Allerdings gab es auch den ersten Rückschlag zu verkraften: David Hinze musste nach drei Runden verletzungsbedingt das Rennen beenden. In den nächsten Stunden lief es dann sehr gut, nach sechs Stunden stand der Kilometerzähler bei 102 Kilometer, zwölf Kilometer über Soll. Gewechselt wurde kontinuierlich im Neuner-Rhythmus, das heißt, jeder lief eine Runde, und setzte dann acht Runden aus. Das zweitplatzierte Team lag zu diesem Zeitpunkt bei 75 Kilometer. Um 21 Uhr stand der Kilometerzähler bei 192. Jetzt wurde die Taktik geändert. Um den Teammitgliedern längere Pausen zum Verpflegen und auch Schlafen zu ermöglichen, wurden vier Läufer für jeweils zwei bis drei Stunden herausgenommen. Dadurch ergab sich ein Fünfer-Rhythmus, die aktiven Läufer mussten so fast doppelt so oft pro Stunde laufen wie bisher. In der Nacht sollte sich entscheiden, ob die 360 Kilometer als Ziel zu realisieren waren. Die Lauf-Einsätze wurden immer zäher, Muskeln und Gelenke fingen an zu schmerzen. Trotzdem schaffte es das Team, eine vier Minuten/Kilometer Pace beizubehalten. Um zwei Minuten nach 10 Uhr war es dann soweit, die 360 Kilometer waren erreicht. Nach 24 Stunden standen 371,7 Kilometer auf der Anzeigentafel, was für das Bottroper Ultralauf Festival einen neuen Streckenrekord bedeutete.

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