Die Ausstellung „Vom Abbild zur Impression“ auf Schloss Fachsenfeld zeigt bis zum 8. September die Vielfalt der Kunst in Süddeu
Die Ausstellung „Vom Abbild zur Impression“ auf Schloss Fachsenfeld zeigt bis zum 8. September die Vielfalt der Kunst in Süddeutschland im 19. Jahrhundert. (Foto: Markus Lehmann)
Freier Mitarbeiter

Die Ausstellung ist bis zum 8. September am Wochenende und bei Führungen zu sehen. Infos: www.schloss-fachsenfeld.de, Telefon 07366 / 923030 oder E-Mail info@schloss-fachsenfeld.de

Manches Museum würde sich die Finger nach den Werken in der Ausstellung „Vom Abbild zur Impression“ auf Schloss Fachsenfeld lecken. Das sagte Stiftungs-Kulturbeirat Hermann Schludi bei der Vernissage am Sonntag.

Und er hat Recht: Solch eine Vielfalt der süddeutschen Malerei zwischen 1810 und 1900 zu sehen – 130 Bilder von 70 renommierten Künstlern – ist ein singuläres Vergnügen.

Die Ausstellung zeigt in einer bisher nie dagewesen Fülle die unterschiedlichen Sujets und Stile. Alle Namen zu nennen, würde den Rahmen sprengen, so Schludi im vollbesetzten Plock-Saal, das Ambiente passe ja bestens. Für ihn sind die Werke „bildgewordene Zeugen des 19. Jahrhunderts“, in dem bereits die ersten „Ökobewegungen“ Gestalt annehmen, man sich von Adel, Königen und Klerus emanzipierte, Menschen- und Bürgerrechte einforderte und in dem viel im Umbruch war. Deshalb spricht Schludi auch von einer „genauso zerrissenen Epoche, wie sie unsere heutige Zeit ist“.

Auf 400 Quadratmetern ist die Kunst aus einem Jahrhundert zu sehen, das aber teilweise zeitgleich unterschiedlichste Kunststile hervorbrachte. Der Plock-Saal zeigt da nur eine kleine Übersicht, ist für Oberbürgermeister Thilo Rentschler aber „prädestiniert“ für den Ausstellungsauftakt. Rentschler erinnerte an Alt-OB Ulrich Pfeifle, der vor 20 Jahren diese Kunst-Tradition initiierte.

Die Werke dieser Ausstellung stammen von den besten Künstlern Süddeutschlands, geprägt von ihren Aufenthalten an den damals in Deutschland führenden Kunstakademien in Karlsruhe, Stuttgart, München. Zu sehen ist eine Themenvielfalt, die ihresgleichen sucht: beschauliche Szenen, der fröhliche Tanz unter der Dorflinde, Landstudien, Ferdinand von Koenig als Dame, (autofreie) Landschaften und Tiere, ein Schlosseingang, der ein ambivalentes Bild entwirft. Einerseits eine gewisse Sehnsucht nach der vergangenen Pracht, aber auch ein gemaltes Zeugnis, dass Pracht und Macht vergänglich sind. Auch die „neuen Zeiten“ schlagen durch. Wortwörtlich mit den Bildern der Hammerschmiede. Die Industrialisierung nimmt Fahrt auf. Subtiler zeigen sich diese Zeiten im Bild des andächtig lesenden Bauern. Bildung ist nicht mehr nur ein Privileg für die „Oberen.“

Die Ausstellung ist bis zum 8. September am Wochenende und bei Führungen zu sehen. Infos: www.schloss-fachsenfeld.de, Telefon 07366 / 923030 oder E-Mail info@schloss-fachsenfeld.de

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