Deutliche Verschiebungen im Gremium: So hat die Ostalb ihren Kreistag gewählt

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Mit der Kreistagswahl haben die Ostälbler für deutliche Verschiebungen und ein enormes Personalkarussell gesorgt. Mit dem Zugewinn von fünf Sitzen dürfen sich die Grünen als klarer Wahlsieger fühlen, Ähnliches dürfte die AfD für sich beanspruchen, die künftig vier Sitze mehr als bislang haben wird. Deutliche Einbußen mit dem Verlust von fünf Sitzen muss hingegen die CDU verkraften, die SPD kommt mit zwei Sitzen weniger als bisher eher glimpflich davon.

Punkt 16 Uhr hat Landrat Klaus Pavel am Dienstagnachmittag im Wahlcafé im Aalener Landratsamt das Ergebnis der Kreistagswahl verkündet. Es sieht hinsichtlich der Zusammensetzung des neuen Gremiums so aus: Die CDU verliert fünf Sitze und wird künftig mit nur noch 26 Mandaten vertreten sein. Die SPD rutscht um zwei Mandate von 14 auf zwölf Sitze ab. Die Freien Wähler Ostalbkreis verlieren einen Sitz und werden künftig nur noch über zwölf Kreistagsmitglieder verfügen.

Grüne springen auf 13 Sitze

Einen gewaltigen Sprung nach oben machen hingegen die Grünen. Bislang mit acht Sitzen im Kreistag vertreten, wird ihre Fraktion künftig 13 Mitglieder umfassen. Die FDP behält ihre bisherigen zwei Mandate, die Linke legt um einen Sitz auf künftig drei Kreisparlamentarier zu. Einen wesentlich deutlicheren Zuwachs hingegen verzeichnet die AfD: Statt bislang nur mit einem Sitz wird sie künftig mit fünf Vertretern im Ostalb-Kreistag sein.

Mit der Wahl vom Sonntag wird der Kreistag, der nach der Hauptsatzung des Ostalbkreises 64 reguläre Sitze umfasst, weiter wachsen: Durch Ausgleichsmandaten wird er künftig 73 Kreisrätinnen und Kreisräte haben, bislang sind es 71.

30 neue Kreisräte ziehen ins Gremium ein

Und mit der Wahl verbunden ist auch ein immenser Personalwechsel in den Reihen des Kreistags. 30 frisch gewählte Kreisrätinnen und Kreisräte werden neu in das Gremium einziehen, insgesamt 28 bisherige Mandatsträger werden ausscheiden. 14 davon hatten nicht mehr für den Kreistag kandidiert, 14 sind am Sonntag nicht wiedergewählt worden. 43 amtierende Kreisrätinnen und Kreisräte sind am Sonntag in ihren Mandaten bestätigt worden.

 Im Wahlcafé des Aalener Landratsamts waren am Dienstagnachmittag vor allem wiedergewählte, neu gewählte und ausscheidende Mitgl
Im Wahlcafé des Aalener Landratsamts waren am Dienstagnachmittag vor allem wiedergewählte, neu gewählte und ausscheidende Mitglieder des Kreistags zusammengekommen, um die Ergebnisse der Kreistagswahl zu diskutieren. (Foto: Eckard Scheiderer)

Nicht mehr dem neuen Kreistag werden unter anderem der bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Seyfried und sein SPD-Kollege Josef Mischko angehören, aber auch andere bekannte Namen wie Stefan Scheffold, Rosalinde Kottmann, Herbert Brenner, Regina Gloning, Christoph Hald, Wolfgang Hofer, Manfred Traub, Willibald Freihart, Konrad Sorg oder Julia Frank wird man künftig auf der Liste der Kreistagsmitglieder nicht mehr finden.

Außer „grüner“ wird der künftige Kreistag deutlich weiblicher und ein klein wenig jünger sein als bisher. Mit künftig 20 Kreisrätinnen steigt der Frauenanteil auf 27,4 Prozent, zuletzt betrug er bei 13 Mandatsträgerinnen lediglich 18,3 Prozent. Vor fünf Jahren war der Kreistag mit nur zehn Frauen in die jetzt zu Ende gehende Wahlperiode gestartet.

Der Altersdurchschnitt im neuen Kreistag wird bei 54,4 Jahren liegen, zuletzt lag er bei 59,8 Jahren. Mit 26 Jahren wird Alexander Relea-Linder von der Linken das jüngste Kreistagsmitglied sein, Frank Gläser von der AfD wird mit 77 Jahren das älteste Mitglied sein.

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