Der VfR und der Spaß im Abstiegskampf - Jetzt kommt Lotte

Lesedauer: 6 Min
 Nach dem Spiel in Kaiserslautern hatten die VfRler Grund zur Freude.
Nach dem Spiel in Kaiserslautern hatten die VfRler Grund zur Freude. (Foto: imago images)
Sportredakteur/DigitAalen

Die bleierne Schwere des Abstiegskampfes lag an diesem Freitag wahrlich nicht in der Luft im Presseraum des VfR Aalen. Rico Schmitt saß da, in der Mitte der moderierende Medienverantwortliche Mathias Klocker, daneben Petar Sliskovic, noch im lockeren VfR-Freizeitdress, vor der nächsten, letzten Trainingseinheit dieser Woche. Die Einheiten im Rohrwang waren intensiv und ordentlich, wie der Trainer seinen Mannen wie Sliskovic attestierte.

Die Woche zwischen dem überraschenden Sieg in Kaiserslautern und dem nächsten Abstiegskracher an diesem Samstag gegen die Sportfreunde Lotte, die auch wieder dick im Geschäft sind – im negativen Sinne.

Und wie die ungeschriebenen Gesetze des Geschäftes sind, installierten die Westfalen am vergangenen Dienstag einen neuen, alten Trainer: Ismail Atalan folgte auf Nils Drube. Er wird sich also als dritter Trainer – Matthias Mauksch fing die Saison an – mit dem Kampf um die 3. Liga beschäftigen.

Einfach ist anders

Ein Sliskovic, der den Lottern gerne wieder mindestens einen Treffer mitgeben will (was ihm schon einmal mit dem FSV Mainz 05 II gelang), geht diesen Kampf mit der gewissen Lockerheit an, die nicht nur sein schwarz-weißes Poloshirt vermittelte.

„Es ist keine einfache Situation, aber der Spaß muss da sein“, machte der Stürmer klar, und antwortete damit auf die Frage ob denn die Rolle im Abstiegskampf auch Spaß machen kann. „Fokussiert, aber mit Spaß an der Sache“, ergänzte Schmitt, und tischte damit vielleicht das Erfolgsrezept des Abstiegskampfes auf.

Wir erhöhen den Druck – und versuchen den Druck hoch zu halten. VfR-Trainer Rico Schmitt

Viele Menschen – ob Fan oder nicht – haben den VfR bekanntlich schon abgeschrieben für einen weitere Saison in Liga 3, da gewinnt er auf dem Betzenberg (dank Sliskovic-Tor) und wäre nach einen Sieg gegen Lotte wieder dick im Geschäft – im positiven Sinne. Die Sportfreunde stehen aktuell da, wo der VfR hin will – über dem Strich, mit sechs Punkten mehr auf der Habenseite.

Ostälbler wollen Druck machen

Der Kampf um den Nichtabstiegsplatz beschäftigt allerdings noch weitere Mannschaften. Und alle Mannschaften zusammen registrieren schon, was da auf der Ostalb passiert.

„Wir erhöhen den Druck – und versuchen den Druck hoch zu halten“, erklärte Schmitt, was dieses 1:0 des Schlusslichtes in Lautern ausgelöst hat. Natürlich hat auch Aalen Druck, trotzdem ist die Stimmung im VfR-Lager „sehr positiv“ (Sliskovic).

Diese mittlerweile fünf ungeschlagenen Spiele (zwei Siege, drei Unentschieden) zeigen, dass da noch was gehen könnte. Allerdings: Die drei Remis, ausgerechnet gegen die Abstiegskonkurrenten Zwickau, Fortuna Köln und Jena, haben wertvolle Punkte gekostet.

Anpfiff ist um 14 Uhr

Ob da gegen Lotte was geht, zeigt sich ab 14 Uhr – im Hinspiel gab es ein 1:1. Für seine Lotte-Aufstellung muss sich der Trainer wieder etwas einfallen lassen: Mittelfeldmann Antonios Papadopoulos, der es auf dem Betze in der Zentrale ordentlich machte, fehlt gelb gesperrt, Angreifer Stephan Andrist nach wie vor wegen eines Muskelfaserrisses.

Der Trainer verfügt über Alternativen, und die können auch ihren Anteil leisten: siehe Matthias Morys, der beste Torschütze aber Bandrücker auf dem Betze und dann Vorbereiter für Sliskovic. „Wir haben gute Verwerter, sind immer für ein Tor gut“, befand Schmitt und war damit wieder bei seinem Angreifer, links neben ihm. Knipsen die Stürmer wieder, ist es vielleicht endlich in dieser Saison möglich einen zweiten Sieg in Serie nachzulegen.

„Wir wollen unbedingt die drei Punkte holen“, sprach Sliskovic unmissverständlich in die Runde. Ein nächster Sieg dürfte die Mannschaft weiter beflügeln – und den Druck auf die Gegner tatsächlich erhöhen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen