Der Spion von Aalen ist auch heute noch ein Star

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In einem amüsanten Spiel zeigten die Schüler der Aalener Ballettschule Kähler auf der Stadthallenbühne die Geschichte vom „Spion
In einem amüsanten Spiel zeigten die Schüler der Aalener Ballettschule Kähler auf der Stadthallenbühne die Geschichte vom „Spion (Foto: Kullmann)
Schwäbische Zeitung

Mit einem Großaufgebot an Balletttänzerinnen und Musikern haben die Jugendkapelle der Stadt Aalen und die Ballettschule Kähler Aalens Geschichte inszeniert. Genauer: die Historie vom Spion von Aalen. Es war ein besonderer Beitrag zum Jubiläumsjahr „650 Jahre Freie Reichsstadt Aalen“.

Von unserem Mitarbeiter  Herbert Kullmann

Die Stadthalle bis auf den letzten Platz besetzt, die Bühne voll wuselnder Kinder und im Orchestergraben junge Musiker. Fröhliche Blasmusik erklingt. Vor der von Simon Meier gestalteten Stadtkulisse – Marktbrunnen und altes Rathaus mit dem Spionturm – tummeln sich die Bürgerkinder, zeigen überlieferte Tanz- und Bewegungsspiele, Frauen waschen im Marktbrunnen Wäsche, ab und an schreitet ein Ratsherr vorüber. Kapellenchef Udo Lüdeking lässt seine Musici zum Tun der Bürger und Kinder passende Melodien vortragen. Klingend und tänzerisch erwacht das Stadtleben, kleine Geschichten werden erzählt, Balletteusen schweben im Spitzentanz über die Bühne.

Selbst wenn es Nacht wird, legt sich im Städtchen nicht alles zum Schlafen nieder. Zwar dreht der Nachtwächter zur Melodie von „Hört ihr Leut´ und lasst euch sagen“ seine Runde, doch wird er dabei von einer vorwitzigen Kinderschar geneckt. Tief in der Nacht – die Jugendkapelle intoniert „Der Mond ist aufgegangen“ – treiben sich Eulen und Fledermäuse in den verlassenen Gassen herum.

Zufriedenheit strahlt das Leben in der Reichsstadt aus, bis sich die Musik dramatischeren Tönen zuwendet. Der Grund: Das Heer des Kaisers liegt vor der Stadt. Die Ratsherren sind ratlos, die Bürger verängstigt. Keiner will als Späher ins kaiserliche Lager. Als sich der schlauste Aalener endlich dazu bereit erklärt, atmen die Bürger auf. Doch ihr Spion wird schnell gefasst und dem Kaiser vorgeführt. Sein leutseliges „Grüß Gott, ihr Herren, ich bin der Spion von Aalen“ rettet die Stadt vor des Kaisers Zorn.

Neunzig Minuten lang sind die Schüler der Ballettschule Nachthemdkinder, Bürger, Bauern, Soldaten, Hofdamen und Gaukler, um den von Marianne Kähler in bunte Bilder gesetzten und von der Musik Lüdekings untermalten „Spion von Aalen“ umzusetzen. Der Dank des Publikums: begeisterter und anhaltender Applaus.

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