Schwäbische Zeitung
Sportredakteur/DigitAalen

Die jüngsten großen Nachrichten aus dem großen Basketball kommen, natürlich, aus der NBA. In der besten Liga der Welt, wo sich millionenschwere Superkönner tummeln, machten ein gewisser Dirk Nowitzki (39) und Emporkömmling Dennis Schröder (24) zuletzt auf sich aufmerksam. Nowitzki übersprang die sagenhafte 31 000-Punkte-Marke, die an sich nur schwer zu erreichen ist (fünf Spieler schafften das vor ihm). Und Schröder kaufte sich von Atlanta aus bei seinem Ursprungsverein Basketball Löwen Braunschweig ein.

Klar, dass alles verfolgen sie in Aalen, Ellwangen und nicht zuletzt in Crailsheim. Crailsheim ist hierzulande dem großen Basketball noch am nächsten, in Aalen fangen sie ganz unten an. Um von ganz unten zumindest nach oben zu kommen, nehmen die Crailsheimer die Aalener an die Hand. Oder wie es Merlins-Jugendkoordinator Benjamin Schweigert (31) sagt: „Das steckt noch in den Kinderschuhen.“ Das ist eine Kooperation, die den Basketball in der Region bereichern soll. Zwischen den Merlins und der BSG findet ein Spieleraustausch ab, respektive dürfen die Talentierten aus der Ostalb beim Nachbarn aus Hohenlohe mitspielen. Eine Kooperation, die im Kleinkindalter von zwei Jahren steckt, aber nach dem ersten Jahr schon Erfolge aufweist. Die Aalener sehen die Zusammenarbeit „durchweg positiv“ wie Thorsten Fuchs (39) anmerkt. Er ist Trainer der U 16-Jungen und leitet neben Thomas Eberlein die BSG. Die setzte 2011 sich aus dem SSV und DJK Aalen zusammen. Es ist ist junger Basketballverein, im wahrsten Sinnes des Wortes. 180 Mitglieder, 18 Trainer, sechs Jugendmannschaften, eine Herrenmannschaft und eine Mini-Trainingsgruppe (ohne Spielbetrieb): So steht der Aalener Basketball da. Während die Männer in der untersten Liga (Kreisliga B3, seit 2017) an den Start gehen, sind die Junioren bis zur Landesliga vertreten. Bei den Männer würden die Spieler Stand jetzt eben nicht über dem Niveau der Kreisebene hinaus kommen. Und wer das Talent mitbringt, hätte durch die Kooperation eine Perspektive. In Hohenlohe spielt sich schon der größere Basketball ab. Die Merlins schicken sich in der 2. Liga Pro A an, erstklassig zu werden. Die U 19 dribbelt schon in der Jugend-Bundesliga, das Aalener Talent Yen Yang (Willy) Lin (16) kam auch schon zum Einsatz - bei der BSG maximal bei den Herren. „Der Trainer (Kai Buchmann, Anm. d. R.) ist sehr zufrieden“, berichtet Schweigert. Lin ist ein Kandidat für mehr. Für die U 12 gibt es auch schon Spieler, im Sommer sollen weitere folgen, die von den Merlins ausgebildet werden.

Die Basketball-Region im Blick

Die Crailsheimer um Schweigert wollen die Region im Blick haben. „Wir verfolgen, was passiert“, merkt der Jugendkoordinator an. Das benachbarte Ulm, das sogar eine Erstliga-Mannschaft bietet, schläft nicht. Die Profis vom Rande der Ostalb haben die Noch-Amateure im Fokus. Auch ein Dirk Nowitzki begann mal in Würzburg. Doch es geht nicht nur um die Spieler. Die Trainer sollen ebenso profitieren. „Für die Trainer wollen wir Hospitationen anbieten“, sagt Schweigert.

Die Merlins bringen das Know-How mit. Die Spieler lernen, die Coaches bilden sich fort: Das Projekt in den Kinderschuhen kann ein Erfolg werden. Fuchs denkt, dass es eine gute Sache für die Aalener ist. „Wir können sehr viel davon profitieren.“ Wo so viel Positives liegt, gibt es oft auch einen Haken. Im Fall der Kooperation sei der „Nachteil die Entfernung“, wie Fuchs sagt. 40 Kilometer liegen zwischen den Städten, das müssen eben die Eltern bewältigen, wenn die BSGler in Crailsheim trainieren wollen. Der Vergleich zum Fußball: Dort werden Talente oft von den Top-Vereinen von Zuhause abgeholt.

Die Basis für eine Zusammenarbeit ist da, in der Folge könnte das Modell ausgebaut werden. Auch mit dem TSV Ellwangen. Im Sommer gab es eine Anfrage und die TSV-Korbjäger sind nicht abgeneigt. „Wir werden uns auf keinen Fall sperren. Vielleicht kann sich daraus etwas entwickeln“, erklärt TSV-Abteilungsleiter Marius Lutz (28). Ellwangen bemüht sich um Nachwuchs, Crailsheim läge noch näher. Es geht etwas im hiesigen Basketball. „Luft nach oben gibt es immer“, merkt Schweigert an. So tickt dieser Sport.

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