„Der Gerät“ wird mit Gründerpreis ausgezeichnet

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"Der Gerät". Für diesen vollautomatischen Dönerschneideroboter ist der pfiffige Erfinder und Geschäftsführer der Firma Alkadur R (Foto: Schlipf)
Schwäbische Zeitung
Redakteurin/DigitAalen

„Der Gerät wird nie müde, der Gerät schläft nie ein, der Gerät ist immer vor dem Chef im Geschäft und schneidet das Dönerfleisch schweißfrei.“ Mit diesem Slogan hat Duran Kabakyer, Erfinder der vollautomatischen Dönerschneidemaschine, für Furore gesorgt und ist in die Geschichte eingegangen. Auf YouTube wurde sein Werbe-Video bereits zweieinhalb Millionen Mal geklickt, und auch in die Sendung TV Total von Stefan Raab hat es der Unternehmer und Geschäftsführer der Firma Alkadur RobotSystems GmbH in Aalen bereits im Oktober vergangenen Jahres geschafft. Seither ist „Der Gerät“ in aller Munde. Gestern Abend wurde Kabakyer in Friedrichshafen mit dem Gründerpreis der Schwäbischen Zeitung ausgezeichnet. Unter allen Teilnehmern hat die Firma, die als führendes Unternehmen im Bereich der Dönerschneidetechnik zählt, für ihre Hightech-Erfindung den dritten Platz belegt.

Damit gerechnet hat der Thomas Edison der Dönerbranche, der, wie Raab es formulierte, den „Spieß herumgedreht hat“, im Vorfeld nicht, auch, wenn er von seinem innovativen Dönerschneideroboter überzeugt ist. Seit Dezember 2011 ist „Der Gerät“ europaweit auf dem Markt und werde stark nachgefragt. „Jeder möchte es haben, allerdings ist es nicht günstig“, sagt Kabakyer. Den Preis möchte er nicht verraten. Nur so viel: „Es kostet weniger als zehn Euro am Tag.“

Das Vorgängermodell der Hightech-Erfindung hat auch in den Aalener Dönerläden Einzug gehalten, unter anderem erleichtert es den Mitarbeitern im „Ali Baba“ und „Marmaris“ das mühevolle Dönerschneiden von Hand. „Das jetzt ausgezeichnete Modell wurde noch mehr verfeinert, ist leiser, schneller, kompakter und kann nicht mehr wie der Vorgänger mit einer Fernbedienung, sondern ganz einfach per Touchscreen bedient werden“, sagt Kabakyer. Drei Jahre lang hat er in Zusammenarbeit mit Ingenieuren an dem Roboter getüftelt und alles, was er in 24 Jahren Dönerschneiden gelernt habe, auf diesen übertragen. Von den hohen Kosten für die Entwicklung von „Der Gerät“ habe er sich nicht abschrecken lassen und alles mit Eigenkapital finanziert. „Ich habe die Notwendigkeit und den Bedarf gesehen“, sagt der in Aalen lebende Türke.

Gelernter Koch bewegt etwas

Eigentlich ist Kabakyer gelernter Koch und hat vor der Gründung seiner Firma im Jahr 2009 mehrere Dönerläden geführt. Hieraus resultiert auch seine Erfahrung mit dem schweißtreibenden Dönerschneiden von Hand. „Köche, die diese Aufgabe übernehmen mussten, haben dies nicht gerne gemacht“, weiß er aus Erfahrung. Und auch in puncto Hygiene und Kundenzufriedenheit sei dies alles andere als ideal gewesen. „Deshalb habe ich mir gedacht, ich muss etwas bewegen“, sagt der pfiffige Unternehmer. Ein weiterer Vorteil an einer vollautomatischen Maschine sei zudem, dass man nicht mehr abhängig von Fachpersonal sei, die es verstehen, den Döner per Hand zu schneiden. Mit „Der Gerät“ muss nur noch das Dönerfleisch in das Fladenbrot gefüllt werden.

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