Der Bauhof ist für den Winter gerüstet

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 Der strenge Winter kann kommen. In Aalen sind die Streusalzlager gut gefüllt.
Der strenge Winter kann kommen. In Aalen sind die Streusalzlager gut gefüllt. (Foto: Friso Gentsch)
Freier Mitarbeiter

Das Jahr 2019 startet zumindest mit einem Anflug von Winter. Wegen überfrierender Nässe und Glätte war der städtische Bauhof gestern mit zwei Streufahrzeugen aufs Härtsfeld gerückt. Laut Wetterbericht könnte es auch in den kommenden Tagen wieder glatt werden, auch in den Aalener Tallagen.

Die Winterdienst-Mannschaft am Bauhof ist vorbereitet: Rund 800 Tonnen Streusalz lagern in den zwei Silos im Bauhof Aalen und in dem jeweils einen Lager in Unterkochen und Ebnat. Bei einem größeren Wintereinbruch würde der Salzvorrat rund zwei Wochen lang reichen. In der Vergangenheit rückte der Bauhof vor allem wegen eisglatter Straßen aus und weniger, um Schneemassen zu räumen.

Schon vor Wochen hat sich der Bau- und Grünbaubetrieb, wie der städtische Bauhof „offiziell“ heißt, auf den Winter vorbereitet. In den Monaten Oktober/November wurden die insgesamt 350 im Stadtgebiet verteilten Streuboxen aufgefüllt und 2500 Schneeleitstäbe eingeschlagen. Sie dienen den Schneeräumfahrzeugen an Straßen und Gehwegen zur Orientierung. Außerdem, erklärt Bauhof-Betriebsleiter Georg Fürst, wurden rund 1800 Meter Schneefangzäune aufgestellt. An besonders exponierten Stellen, wo der Wind besonders „pfeift“ und es erfahrungsgemäß verstärkt zu Schneeverwehungen kommen kann.

200 Tonnen Reservebestand

Vor allem wegen Eisglätte ist der Winterdienst der Stadt Aalen in den vergangenen Jahren ausgerückt. Auch schon im Dezember 2018, mehrmals aufs Härtsfeld und bis gestern Abend zweimal in den Tallagen der Stadt, vor allem an Brücken und steileren Straßenabschnitten. Gegen Eis und Glätte setzt der Bauhof die sogenannte „FS- 30“-Technologie ein. Dabei wird grobkörniges Streusalz beim Ausbringen auf die Straßen mit einer Salzlauge angefeuchtet. „Im Verhältnis 70 Prozent Streusalz und 30 Prozent Salzlauge“, erklärt Fürst. Das hat mehrere Vorteile: Das angefeuchtete Streusalz wirkt wesentlich schneller, es wird weniger verweht und spart dadurch den Einsatz von Salz bei einer gleichzeitigen guten Tauwirkung. Früher streute man ohne Feuchtsalztechnologie 40 bis 50 Gramm pro Quadratmeter. Heute reichen, erklärt Fürst, „bereits 15 bis 20 Gramm für ein ordentliches Tauergebnis“. In einem „durchschnittlichen“ Winter werden ungefähr 1400 Tonnen Streusalz und 40 000 Liter Lauge benötigt. Wird es ein längerer Winter, bestellt der Bauhof Streusalz nach. Der hat außerdem noch einen Reservebestand von 200 Tonnen losem Streusalz in einer Lagerhalle am zentralen Bauhof.

Wie sieht es mit der Räum- und Streupflicht für die Bürger aus? Das ist genau geregelt. Straßenanlieger haben die Gehwege und Zugänge zur Fahrbahn „so zu bestreuen, dass sie von Fußgängern, bei Beachtung der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt, möglichst gefahrlos benutzt werden können.“ Auf Gehwegen sind „auftauende Mittel“ (Salz oder salzhaltige Stoffe) verboten. Es ist „abstumpfendes Material“ wie Sand, Splitt oder Asche zu verwenden. Salz oder Ähnliches ist nur erlaubt bei Eisglätte, auf Treppen, Rampen, Gefäll- und Steigungsstrecken oder „auf ähnlichen Gefahrenstellen.“

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