„Das wird man doch mal sagen dürfen“

Lesedauer: 4 Min
 Vor großem Publikum hat das neu gegründete Netzwerk Demokratie im Ostalbkreis das Theaterstück „Das wird man doch mal sagen dür
Vor großem Publikum hat das neu gegründete Netzwerk Demokratie im Ostalbkreis das Theaterstück „Das wird man doch mal sagen dürfen!“ im Großen Sitzungssaal des Aalener Landratsamts gezeigt. Das Gastspiel war der Auftakt der „Wochen der Demokratie" mit Theaterprojekten, Lesungen und weiteren Veranstaltungen. (Foto: Landratsamt Ostalbkreis)
Aalener Nachrichten

Vor großem und auch begeistertem Publikum hat das neu gegründete Netzwerk Demokratie im Ostalbkreis das interaktive Theaterstück „Das wird man doch mal sagen dürfen!“ von Christian Giese im Großen Sitzungssaal des Aalener Landratsamts präsentiert. Das Gastspiel markierte den Auftakt der „Wochen der Demokratie" mit Theaterprojekten, Lesungen und weiteren Veranstaltungen.

Die Aufführung war bei 150 Plätzen voll besetzt. Dabei zeigte sich das Publikum bunt gemischt – von Jugendlichen, die mit der Schule oder auch allein gekommen waren, bis hin zu älteren Zuschauern, darunter der ehemalige Vizepräsidenten des Stuttgarter Landtages, Alfred Geisel. Alle Gäste wurden vom Ensemble des Berliner Theaters Strahl gebeten, sich in einer von vier Kategorien – weiblich, männlich, Menschen mit Migrationshintergrund und „alle“ – selbst zu platzieren. Dabei war jede Kategorie „offen“, sodass etwa auch Männer im weiblichen Block Platz nehmen konnten.

Landrat Klaus Pavel freute sich in seiner Begrüßung über die Verwandlung des Sitzungssaals in eine Theaterbühne, das Engagement für Demokratie und die Zusammenarbeit im neu gebildeten Netzwerk. Dann nahmen die Schauspieler das Publikum mit in die Geschichte von vier Jugendlichen, die sich im Alltag immer wieder mit Stereotypen, Vorurteilen und Rassismen konfrontiert sehen. Wie man mit solchen Situationen umgehen kann, darüber berieten sich die vier Spieler jeweils mit einem Block, um das Besprochene postwendend in der folgenden Szene einzusetzen.

Das Publikum nahm die Möglichkeit, in das Geschehen einzugreifen, begeistert auf und beriet sich mit den Bühnenakteuren. Besonders die jugendlichen Zuschauer zeigten auch im anschließenden Gespräch mit Anne Klöcker und Lisa Krauss, Theaterpädagoginnen des Theaters der Stadt Aalen, und den beiden Schauspielerinnen des Theaters Strahl reges Interesse an der ungewohnten Spielform und an den Haltungen und Verhaltensweisen der Figuren im Stück. Durchaus kritisch wurde angemerkt, wie vor allem die rechtsgerichtete Figur Kappi mit ihrem Verhalten auch im Aufführungsgespräch Raum einnahm. In der Schlussfolgerung wurde dazu aufgerufen, nicht extremen Positionen die Bühne zu überlassen, sondern demokratische Haltungen stark zu machen und offen zu vertreten.

Um ein solches Auftreten zu unterstützen, hat sich das offene Netzwerk Demokratie im Ostalbkreis gegründet, dem neben dem Landratsamt und dem Aalener Stadttheater der Verein Gegen Vergessen für Demokratie, UtopiAA, die Parents for Future und die Partnerschaft für Demokratie im Landratsamt angehören. Die Vertreter des Netzwerks standen für Gespräche an Stehtischen zur Verfügung. So konnten zum Ausklang des Abends noch Kontakte geknüpft werden. „Wir sind sind mit dem Verlauf und der Resonanz sehr zufrieden und hoffen auf weitere Impulse für den demokratischen gesellschaftlichen Dialog bei den zukünftigen Veranstaltungen des Netzwerks“, so Andreas Schumschal von der Koordinationsstelle Prävention des Landratsamts stellvertretend für alle Initiatoren.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen