Das sind die Stauhauptstädte im Südwesten

Lesedauer: 5 Min
Stau in München
Der Verkehr staut sich in München auf dem Mittleren Ring auf Höhe des Isarrings. (Foto: Matthias Balk / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

51 Stunden Stau pro Jahr - in keiner deutschen Stadt haben Autofahrer im Jahr 2017 so lange im Verkehr festgesteckt wie in der bayerischen Landeshauptstadt. Damit ist München zum zweiten Mal in Folge deutsche Stau-Hauptstadt.

Das geht aus einer Studie des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervor. Hamburg, Berlin und Stuttgart folgen mit jeweils 44 Stunden. In den beiden größten deutschen Städten verzeichnete der Datenanbieter den dramatischsten Anstieg: In Hamburg hatte die Zahl der im Stau verbrachten Stunden im Vorjahr noch bei 39, in Berlin bei 38 Stunden gelegen.

Auch im ohnehin schon staugeplagten München standen Autofahrer länger als 2016 still, durchschnittlich vier Stunden. Die Studienmacher erklären diesen Anstieg unter anderem mit der relativ hohen Anzahl von Baustellen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten.

Auch der Südwesten stand 2017 häufig im Stau. Neben der Baden-Württembergischen Stauhauptstadt Stuttgart rollen in vielen weiteren Städten die Blechlawinen über die Straßen. Die dadurch entstandenen Kosten lagen mit 2.386 Euro pro Fahrer um 150 Euro über dem Vorjahreswert. Damit stieg die Summe der Kosten für alle Autofahrer in Stuttgart um fast 250 Millionen Euro auf 918 Millionen Euro pro Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich beispielsweise die Situation in Heilbronn deutlich verbessert.

Heilbronn nicht mehr Stauhölle

Dank der Fertigstellung mehrerer Bauprojekte ist Heilbronn nicht mehr die schlimmste Stauhölle Baden-Württembergs. In der Neckarstadt sank 2017 die durchschnittlich in Staus verbrachte Zeit von 45 auf 38 Stunden.

Anstiege der durchschnittlichen Zeit im Stau hatten der Studie zufolge dagegen andere Städte im Südwesten zu verzeichnen, darunter Pforzheim, Reutlingen oder Karlsruhe. Auch aus der Region finden sich einige Städte im Ranking wieder. Durchschnittlich 16 Stunden im Stau standen 2017 die Autofahrer in Aalen, 14 Stunden in Ulm sowie Villingen-Schwenningen.

Die Kosten, die Staus für alle Autofahrer direkt und indirekt verursachten, beliefen sich den Angaben zufolge auf 80 Milliarden Euro. Umgerechnet 1770 Euro für jeden Fahrer. In Würzburg leide die Wirtschaft am meisten: Dort verlieren Autofahrer tagsüber - also außerhalb der Pendlerzeiten am Morgen und frühen Abend - so viel Zeit in Staus wie nirgendwo sonst in Deutschland. Dies habe Auswirkungen auf Geschäfte, Handwerker und den Lieferverkehr, kommentierte ein Sprecher die Studienergebnisse.

Insgesamt analysierte Inrix 1360 Städte in 38 Ländern. Nach eigenen Angaben wurden Daten aus 300 Millionen unterschiedlichen Quellen ausgewertet. Los Angeles führt die Liste im weltweiten Vergleich mit 102 Stunden an.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen