Das Leben ist wichtiger als die Frisur

Lesedauer: 3 Min
 E-Scooter sollen künftig auch in Deutschland verstärkt unterwegs sein. Die AOK appelliert an die Fahrer, bei Touren einen Helm
E-Scooter sollen künftig auch in Deutschland verstärkt unterwegs sein. Die AOK appelliert an die Fahrer, bei Touren einen Helm aufzusetzen. (Foto: Nicolas Armer)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

E-Scooter sind der neueste Modetrend, der von den USA nach Europa schwappt. Die Bundesregierung hat darauf nun reagiert und eine Verordnung beschlossen, mit der die elektrisch betriebenen Tretroller auch in Deutschland zugelassen werden können. Auf Helmpflicht wird dabei verzichtet. Der AOK Ostwürttemberg schmeckt das gar nicht. Sie verweist auf die jüngsten Unfallstatistiken und appelliert in einer Pressemitteilung an die Vernunft der Fahrer von E-Scootern und E-Rädern. Sie sollten bei Fahrten stets einen Helm tragen.

In Deutschland gibt es keine Helmpflicht beim Fahrradfahren. Das gilt auch für E-Bikes, die immer mehr Menschen – vor allem viele ältere ohne viel Fahrpraxis – nutzen. Das ist laut AOK Ostwürttemberg ein Problem. Die Krankenkasse verweist darauf, dass die Zahl der Unfälle mit E-Bikes beständig steigt.

Immer wieder schwere Unfälle

So seien laut Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Aalen im vergangenen Jahr im Ostalbkreis zehn Pedelec-Fahrer schwer und 26 leicht verletzt worden. 2016 waren es ebenfalls zehn Schwerverletzte und 12 Leichtverletzte.

Kaum besser sieht es im Nachbarlandkreis Heidenheim aus. Hier wurden 2018 neun schwer verletzte und zwölf leicht verletzte Pedelec-Fahrer registriert, 2016 waren es jeweils sechs schwer beziehungsweise leicht Verletzte.

Laut AOK gab es bisher in Ostwürttemberg noch keine Pedelec-Fahrer, die in den letzten drei Jahren bei einem Unfall getötet wurden, in den Nachbarlandkreisen Schwäbisch Hall und Rems-Murr sind hingegen in den letzten drei Jahren vier beziehungsweise zwei Menschen ums Leben gekommen.

Die neuen E-Scooter, deren Höchstgeschwindigkeit auf 20 Kilometer pro Stunde begrenzt ist, könnten das Problem verschärfen. Denn: Jene Roller, die schneller als zwölf Stundenkilometer fahren können, sollen den Radweg benutzen. Ist keiner vorhanden, müssen sie auf die Straße. E-Scooter, die maximal zwölf Stundenkilometer erreichen, dürfen auf Gehwegen fahren. In Fußgängerzonen ist Schritttempo Pflicht.

Die AOK Ostwürttemberg fordert in ihrer Pressemitteilung alle zukünftigen Fahrer von E-Scootern auf, einen Helm zu tragen. Ein Helm könne bis zu zwei Drittel der Energie absorbieren, die bei einem Aufprall ohne Helm direkt auf den Kopf einwirken würde. Das bedeutet, dass es bei Helmträgern seltener zu schweren Kopfverletzungen wie Schädelbrüchen oder Hirnblutungen kommt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen