Darf am Samstag turnen: Nestor Abad.
Darf am Samstag turnen: Nestor Abad. (Foto: Eduard Kessler)
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Was haben sie gezittert in den vergangenen Tagen. Vor allem am Montag, als die Ministerpräsidenten gemeinsam mit der Bundeskanzlerin zur Corona-Pandemie und zur ersten Wirkung des Teil-Lockdowns eine Zwischenbilanz zogen. Neue Maßnahmen wurden dabei allerdings nicht festgelegt, so dass der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau am Samstag um 18 Uhr in der Großsporthalle gegen die Siegerländer KV antreten kann. Dabei geht es um nicht weniger als um den Einzug in das Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Paul Schneider zeigte sich in der Woche entspannt: „Wir müssen es so nehmen, wie es kommt. Es gibt diese Pandemie und wir müssen und werden uns an alle Vorgaben halten, die unser Staat uns macht.“ Natürlich aber sei er froh, dass dem Spitzensport, entsprechend der Fußball-Bundesliga, auch im Kunstturnen das Recht eingeräumt wird, zu trainieren und die Wettkämpfe ohne Zuschauer über die Bühne zu bringen. „Nur so ist gewährleistet, dass es nach der Pandemie nicht zu einem großen Vereinssterben im Spitzenbereich kommen wird“, ist sich der Wetzgauer Trainer sicher.

Für die Gmünder war die Runde bislang gekennzeichnet, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Bislang setzte der TVW noch keinen einzigen ausländischen Turner ein – und schaffte es dennoch, ins Halbfinale einzuziehen. Das wird sich am Samstag im Halbfinale ändern. Mit dem in Gmünd bestens bekannten Spanier Nestor Abad wird der TVW auf die starke Unterstützung eines herausragenden Sechskämpfers setzen können. Der Spanier absolvierte in dieser Woche Corona-Tests und sitzt am heutigen Freitag im Flieger nach Stuttgart. „Wir sind froh, dass er für uns turnen kann. Das erhöht unsere Chancen im Kampf gegen Siegerland auf alle Fälle.“

Insgesamt erwartet der Wetzgauer Trainer eine ganz, ganz enge Kiste gegen das Siegerland, das die Gmünder im Übrigen im letzten Jahr im Kampf um die Bronzemedaille besiegen konnten. „Wir haben damals sicher, aber definitiv nicht leicht gewonnen. Am Samstag wird es aber sicherlich nochmals schwerer – ich sehe beide Mannschaften absolut auf Augenhöhe.“

Die hohe Wertschätzung für die Halbfinals hebt auch die DTL heraus: Für den Wettkampf der Wetzgauer werden am Samstag gleich fünf Wertungsrichter entsendet – somit werden insgesamt sieben Richter über die Leistungen der Athleten richten. „Auch für etwas ganz Besonderes!“, sagt der Chefcoach, der selbst als der Wertungsrichter des Heimteams mit im Gremium sitzen wird.

Natürlich wird der Gmünder Verein in der Halle wieder alle Verordnungen, die Corona mit sich bringt, umsetzen. Selbstverständlich findet der Kampf ohne Zuschauer statt. Für alle Athleten, Trainer und Funktionäre gilt zudem: Am Eingang wird Fieber gemessen, es gilt generelle Abstandspflicht, auch die Athleten müssen, wenn sie nicht am Geräte turnen Masken tragen, und alle sind strengstens dazu aufgerufen, noch mehr als sonst Hygiene einzuhalten.

„Uns tut es im Herzen weh, dass wir keine Zuschauer in die Hall lassen dürfen. Doch wir haben uns mit dieser Vorgabe abgefunden, da wir nichts daran ändern können“, fasst Paul Schneider zusammen. In der Kunstturnhochburg Schwäbisch Gmünd wäre ein solch herausragender Wettkampf stets ausverkauft gewesen. Doch der TVW wäre nicht er selbst, würde es ihm nicht gelingen, seine Fans doch teilhaben zu lassen: So wird der Wettkampf live im Internet auf www.sportdeutschland.tv übertragen. Auf dieser Seite kann sich jedermann dem Geschehen zuschalten und den Wetzgauern die Daumen drücken. Fachkundig moderiert und kommentiert wird die Internetübertragung von Turnexperte und Hallensprecher Günther Wildner.

Und fest steht: Ein Sieg am Samstag und bereits dann wäre den Gmündern eine Medaille (zumindest Silber) sicher.

Sollten die zu erwartenden Corona-Maßnahmen ab der nächsten Woche auch das Finale wie geplant zulassen, so wird dieses ebenfalls in Schwäbisch Gmünd über die Bühne gehen. „Wir schauen jetzt nur auf Samstag – alles weitere können wir zunächst nicht beeinflussen!“, so der Coach.

Für den TVW werden an die Geräte gehen: Liebrich, Toba, Trebing, Hörr, Pohl, Zapf, Halbisch, Knaus, Riedel, Auer, Abad

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