Darum vermehren sich die Stinkwanzen bei uns rapide

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Durch den warmen und trockenen Sommer konnten sich die Garten- oder Stinkwanzen stark vermehren. Für den Menschen sind sie nicht
Durch den warmen und trockenen Sommer konnten sich die Garten- oder Stinkwanzen stark vermehren. Für den Menschen sind sie nicht gefährlich. (Foto: Heidecker, Miriam)

Sie krabbeln über die Terrasse oder den Balkon oder sitzen auf Fensterbänken auf der Lauer: Stinkwanzen treten in diesen Tagen vermehrt in Erscheinung. Auch im Ostalbkreis sieht man die kleinen, braunen Tiere gerade häufiger.

Das sei eine Folge des Klimawandels, so Andreas Mooslehner, Regionalgeschäftsführer des Bunds Naturschutz Ostwürttemberg. „Der Hitzesommer hat den Aufwuchs einer zweiten Generation der Wanzen begünstigt“, sagt er. Das bestätigt auch Kreisökologin Brigitta Frey. Da es keine Zählungen gebe, könne der Eindruck zwar nicht mit Sicherheit belegt werden, allerdings würden Wanzen auf Wärme und Trockenheit positiv reagieren. „Somit kann es gut sein, dass sie in diesem Jahr zahlreicher sind als in nassen Jahren“, sagt Frey auf Nachfrage.

Besonders häufig sehe man die Tiere an sonnigen Plätzen. An Terrassen und Fenstersimsen würden sie den Menschen nur eher auffallen, erklärt die Ökologin des Ostalbkreises. „Im Herbst suchen sich die Wanzen einen Platz zum Überwintern“, sagt Frey. In der Natur seien das Rindenspalten, Felsspalten und unter Steinen. Auch an Gebäuden gebe es ähnliche Strukturen, in denen die Tiere Schutz finden können. Daher könne man sie gerade vermehrt beobachten.

Nur Bettwanzen gefährlich

Von den rund 3000 Wanzenarten in Europa seien nur die Bettwanzen für den Menschen gefährlich. Diese sollte man auf Anraten der Kreisökologin vom Kammerjäger bekämpfen lassen. Alle anderen seien keine Schädlinge. Zwar saugt der Großteil der Wanzenarten an Pflanzen, die meisten seien aber keinesfalls ertragsschädigend, erklärt Frey. Auch aus Sicht des Naturschutzes seien speziell die Stinkwanzen keinesfalls schädlich, lediglich bei massenhaftem lokalen Auftreten an oder in Gebäuden lästig, sagt Mooslehner.

Um die Insekten aus der Wohnungen fernzuhalten, sollte man Fugen am Gebäude sorgfältig abdichten und Insektenschutzgitter einsetzen, empfiehlt Mooslehner. Die Tiere innen zu töten, sei keine gute Idee. Wie der Name verrät, sondern die Tiere ein übel riechendes Sekret ab. „Wenn es kein Massenauftreten ist, kann man die Wanzen im Hausinneren einzeln fangen und draußen freisetzen“, sagt Mooslehner. „Angeblich lassen sich die Tiere durch Knoblauch oder Minze vertreiben“, ergänzt Frey. Erfahrungswerte habe sie darüber aber keine.

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