Daniel Müller-Schott begeistert in der Stadthalle

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Eine begeisternde Leistung zeigt der Münchner Cellist Daniel Müller-Schott (rechts) in der Aalener Stadthalle.
Eine begeisternde Leistung zeigt der Münchner Cellist Daniel Müller-Schott (rechts) in der Aalener Stadthalle. (Foto: Peter Schlipf)
Gerhard Krehlik

Mit dem international renommierten Cellisten Daniel Müller-Schott und dem Heilbronner Kammerorchester unter der Leitung von Jan Willem de Vriend hat der Konzertring die neue Saison in der Stadthalle mit dem sprichwörtlichen Paukenschlag eröffnet. Dabei waren es gar nicht die Pauken, sondern das Cello von Daniel Müller-Schott, das im Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 von Robert Schumann dafür sorgte, dass die Zuhörer im großen Saal vor Begeisterung völlig aus dem Häuschen waren.

Das „Ex Shapiro“:ein Star unter den Cellos

Dieses Cello an sich ist schon ein Star unter seinen Artgenossen, denn es handelt sich um das „Ex Shapiro“, gebaut 1727 von Matteo Goffriller in Venedig. Wenn ein solches Instrument dann auch noch von einem Cellisten wie dem 1976 in München geborenen Daniel Müller-Schott gespielt wird, darf man mit Recht ein ganz besonderes Hörerlebnis erwarten, und diese Erwartungen wurden in der Stadthalle auf besondere Art und Weise erfüllt.

Dabei ist es nicht nur diese – natürlich – höchst virtuose, rein technische Beherrschung des Instruments, die den Zuhörer fasziniert, es ist vielmehr noch die emotionale Art und Weise mit der sich Müller-Schott in den überwiegend dunklen musikalischen Kosmos eines Robert Schumann vertieft und sich dort mit intensivem, mit besinnlichem und innigem, sorgfältig gestaltetem Spiel bewegt. Davon konnten sich die Zuhörer besonders im langsamen Mittelsatz des Konzerts überzeugen und berühren lassen. Müller-Schott lässt sein Cello ausdrucksvoll singen, nimmt aber auch mal durch eine elegante, zuweilen fast keck anmutende agogische Linie, wie etwa im ersten Satz, der Komposition ein wenig von ihrer melancholischen Schwere.

So einen Mann lässt man natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne. Es gab gleich zwei, zuerst etwas Heiteres von Haydn zusammen mit dem Orchester und dann was spektakulär Virtuoses von Bach für Cello solo. Die Heilbronner Kammermusiker unter der anspornenden Leitung von Jan Willem de Vriend präsentierten sich nicht nur als adäquate musikalische Begleiter des Cellisten, sondern konnten auch eingangs mit der „Coriolan Ouvertüre“ von Beethoven überzeugen. Obwohl für Beethoven – und den großen Saal – zahlenmäßig eher an der Untergrenze besetzt, wurden die Kontraste zwischen den heftigen musikalischen Ausbrüchen und den lyrischen Motiven mit einer bemerkenswerten dynamischen Bandbreite und langen spannungsfördernden Crescendi effektvoll in Szene gesetzt. Auch in der weit ausgreifenden Sinfonie Nr. 6 aus der Feder des eher unbekannten Johann Wilhelm Wilms – einem Zeitgenossen von Beethoven – konnten die Heilbronner sowohl mit Pauken und Trompeten, sprich Fanfaren, als auch mit heiterer Anmut und musikalischer Gelassenheit, sowie in zahlreichen Solotakten der Holzbläser überzeugen und begeistern.

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