Crailsheim zeigt im Derby Mentalität, verliert aber

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 Aleksa Kovacevic (rechts) von Crailsheim in Aktion gegen Derek Willis von Ulm.
Aleksa Kovacevic (rechts) von Crailsheim in Aktion gegen Derek Willis von Ulm. (Foto: Ulf Duda/dpa)
Aalener Nachrichten

Merlins: Carpenter (2 Pkt/2 Reb/1 Ass/1 Stl), Stuckey (20 Pkt/2 Reb/2 Ass/1 Blk), A. Kovacevic (2 Pkt/1 Reb/2 Ass/1 Stl), Herrera (16 Pkt/1 Reb/9 Ass), Brembly (7 Pkt/8 Reb/1 Ass), Bleck (18 Pkt/5 Reb/1 Ass/2 Stl), Ogunsipe (5 Pkt/6 Reb/2 Ass/3 Stl), Lazic(1 Stl), D. Kovacevic (10 Pkt/3 Reb/1 Ass/1 Stl). Viertelergebnisse: 28:30/24:22/24:13/16:15.

Eine weitere Hiobsbotschaft mussten die HAKRO Merlins Crailsheim vor der dritten Partie im Basketball-Bundesliga-Finalturnier wegstecken. Nach Jeremy Morgan und DeWayne Russell konnte auch Javontae Hawkins nicht spielen. Der US-Amerikaner brach sich im letzten Spiel den Daumen. Für Headcoach Tuomas Iisalo bedeutete dies erneut, die jungen Wilden ranzulassen. Die Crailsheimer kämpften über die kompletten 40 Minuten mit viel Mentalität und Herzblut – mussten sich am Ende nur aufgrund von kleinen Fehlern dem Tabellenführer der Gruppe A ratiopharm ulm mit 80:92 geschlagen geben.

Da alle Importspieler, mit Ausnahme der NBBL-Spieler Aleksa Kovacevic und Vladan Lazic, verletzt oder nicht mehr im Kader sind, bot Iisalo eine komplett deutsche Starting Five auf. Von Beginn an machten die HAKRO Merlins klar, dass sie das Spiel, trotz ungünstiger Vorzeichen, nicht abschenken wollen. Die Mannschaft auf dem Feld und auf der Bank zeigten sich von der ersten Sekunde an sehr engagiert. So erspielte sich das Team nach fünf Minuten eine 12:20-Führung. Danach wurden die Ulmer besser, trotzdem gingen die Zauberer mit 28:30-Vorsprung in die Viertelpause.

Aus der ersten Pause fanden die Crailsheimer wieder besser in das Spiel. Seba Herrera lief in dieser Phase heiß. Das Iisalo-Team spielte sehr intensiv, verursachte jedoch früh das fünfte Teamfoul und Herrera sein drittes Persönliches. Die Scoring-Qualitäten des chilenischen Nationalspielers fehlten den HAKRO Merlins, während dieser auf der Bank Platz nehmen musste. Bis zur Halbzeit erspielten sich ratiopharm ulm mit ihrer individuellen Klasse das 52:52, gegen weiterhin tapfere Zauberer. Die Ulmer kamen mit mehr Energie aus der Halbzeit, zwangen die Crailsheimer zu Fehlern und nutzten diese zu leichten Punkten. Nach dem Ulmer-Korb zum 62:54 gab Iisalo, während einer Auszeit, eine feurige Ansprache und machte somit nochmal klar, dass er nicht bereit sei diese Partie leichtfertig herzuschenken. Danach zeigte sich die große Moral seiner Mannschaft wieder einmal und das Merlins-Team verteidigte sehr stark. Bis zur dritten Viertelpause setzten sich die Ulmer dennoch auf 76:65 ab.

Im letzten Abschnitt merkte man der kurzen Rotation der Merlins etwas an, dass die Kräfte dahin schmalzen. Ungehindert kämpfte die Iisalo-Mannschaft weiter. Fabian Bleck zeigte ein tolles Spiel und kam zu einer neuen persönlichen Bestleistung mit 18 Punkten. Defensiv blieben die Zauberer hochkonzentriert und robbten sich dadurch bis auf 82:76 ran. Aus der folgenden Auszeit kamen die Ulmer mit erhöhter Intensität und machten den Sack zu. Für die letzte Minute durften Aleksa Kovacevic, Liam Carpenter und Vladan Lazic nochmal gleichzeitig auf das Feld. Alle drei durften, wie gegen München, wieder fleißig Spielminuten und BBL-Erfahrung in diesem Match sammeln. Nur durch kleinere Fehler mussten sich die Crailsheimer am Ende gegen den somit weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer ratiopharm ulm mit 80:92 geschlagen geben. Trotzdem war die Stimmung bei den Zauberern keinesfalls getrübt. Der Kampfgeist und die starke Moral, die das junge Team auf dem Parkett zeigte, wurde von allen Beteiligten gelobt. „Glückwunsch an Ulm und Coach Lakovic. Sie spielen momentan einen super Basketball – meiner Meinung nach, den besten im gesamten Turnier. Unsere Leistung war unglaublich! Wir haben derzeit viele Verletzungsprobleme. Kein Import-Spieler aus der regulären Saison konnte spielen. Aber die Jungs zeigen immer weiter, was Merlins-Basketball bedeutet: Kampfgeist, Intensität und Team-Basketball. Wir haben immer die Mentalität, nie aufzugeben. Wenn es noch Zeit gibt, um zurückzukommen, geben die Jungs Vollgas!“, erklärte Iisalo.

Der nächste Gegner auf dem Programm der HAKRO Merlins sind die EWE Baskets Oldenburg. Die Norddeutschen standen auf den fünften Platz vor der Corona-Pause. Im BBL-Pokal und in der Liga trafen die Crailsheimer bereits einmal auf die Oldenburger. Beide Male setzten sich die Niedersachsen durch. Personell hat sich bei den EWE Baskets nicht viel verändert. Justin Sears und Kevin McClain sind nicht mehr dabei. Auf weitere Nachverpflichtungen wurde verzichtet, dafür ist Nathan Boothe nach langwieriger Verletzung zurück.

Im ersten Spiel im BBL-Finalturnier setzte es für Oldenburg eine deutliche 66:85-Niederlage gegen Ulm. Im zweiten Match siegten die Baskets 80:62 gegen Göttingen, dabei überragte Rasid Mahalbasic mit 22 Punkten und sieben Rebounds. Spielbeginn für das letzte Vorrundenspiel der HAKRO Merlins Crailsheim ist an diesem Freitag um 20.30 Uhr.

Merlins: Carpenter (2 Pkt/2 Reb/1 Ass/1 Stl), Stuckey (20 Pkt/2 Reb/2 Ass/1 Blk), A. Kovacevic (2 Pkt/1 Reb/2 Ass/1 Stl), Herrera (16 Pkt/1 Reb/9 Ass), Brembly (7 Pkt/8 Reb/1 Ass), Bleck (18 Pkt/5 Reb/1 Ass/2 Stl), Ogunsipe (5 Pkt/6 Reb/2 Ass/3 Stl), Lazic(1 Stl), D. Kovacevic (10 Pkt/3 Reb/1 Ass/1 Stl). Viertelergebnisse: 28:30/24:22/24:13/16:15.

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