Commerzbank ist auf Kurs

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Zuwächse bei der Zahl der Kundinnen und Kunden und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie bei der Kreditvergabe haben der Niederlassungsleiter der Commerzbank, Johannes Kube (links) und sein für das Firmenkundengeschäft verantwortlicher Kollege Rudi Maurer bei der Vorlage der Bilanz gemeldet. (Foto: Viktor Turad)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

„Wir sind auf Kurs, denn unsere Wachstumsstrategie funktioniert. Die Zahl der Privat- und Firmenkunden ist erneut gestiegen, die Kreditvergabe konnten wir ausweiten.“ Diese Bilanz haben Johannes Kube, bei der Commerzbank für das Privat- und Unternehmenskundengeschäft in Ostwürttemberg verantwortlich, und sein Kollege Rudi Maurer gezogen, in dessen Ressort das Firmenkundengeschäft fällt. Sie rechnen in diesem Jahr mit einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung. Es gebe in Deutschland keine Anzeichen für eine Rezession, lautet ihre Einschätzung. Allerdings gebe es Risikofaktoren wie den Handelskrieg zwischen den USA und China und den Brexit, der auch für Unternehmen in Ostwürttemberg eine Rolle spielt, weil die Region, wie es Maurer formuliert, bei der Internationalität ihresgleichen sucht.

Die Commerzbank hat Kube zufolge in Ostwürttemberg mit ihren Filialen in Schorndorf, Schwäbisch Gmünd, Aalen, Heidenheim und Nördlingen im vergangenen Jahr 210 Kunden hinzugewonnen und hat jetzt 38 150. Das sei beachtlich, weil der Markt eigentlich verteilt sei. Der Zuwachs erkläre sich dadurch, dass Wettbewerber Kunden an die Commerzbank verloren hätten. Diesen Erfolg führt Kube zum einen auf das kostenlose Girokonto mit Startguthaben zurück, das er als Anker bezeichnet und das bleiben werde. Zum anderen sei der Zuwachs Folge einer guten Beratung, die etwa durch die erneute Auszeichnung als „Beste Bank vor Ort“ bestätigt worden sei.

Volumen der Ratenkredite gestiegen

Der Zuwachs bei den Kunden zeige Folgen bei der Nachfrage nach Immobilien- und Ratenkrediten. Kube: „Wir haben in Ostwürttemberg neue Ratenkredite in Höhe von 8,5 Millionen Euro ausgereicht, eine Steigerung um 54 Prozent.“ Bei den Immobilienkrediten war die Commerzbank mit 41 Millionen Euro dabei. Damit ist das Gesamtkreditvolumen in der Region um mehr als zehn Prozent auf 342 Millionen Euro gestiegen.

Gerne ändern würde Kube jedoch das Anlageverhalten der Kunden. Sie verschenken seiner Ansicht nach weiter Geld, indem sie einen Teil ihres Geldes, nämlich 230 Millionen in Ostwürttemberg gegenüber 213 Millionen im Jahr 2017, also sieben Prozent mehr, unverzinst auf Konten liegen haben. Die Investitionen in Wertpapiere sind seinen Angaben zufolge dagegen von 319 Millionen um rund zehn Prozent auf 287 Millionen zurückgegangen. Dies hängt nach Kubes Einschätzung mit der Entwicklung des Dax zusammen, der um 18 Prozent nachgegeben hat, damit jedoch deutlich stärker als die Investitionen der Commerzbankkunden.

Kube: „Das tut schon weh anzusehen. Denn eigentlich wissen die Leute, dass sie investieren sollten. Sie tun es aber nicht und sparen weiterhin zu Niedrigzinssätzen.“ Dabei gelte nach wie vor: Wer Vermögen erhalten wolle, müsse anlegen anstatt zu sparen. Dennoch hat Kube hier auch Positives zu vermelden. Kunden gäben ihre Geldanlage zunehmend in professionell gemanagte Anlageformen. In Ostwürttemberg liege der Anteil an verwaltetem Vermögen bei über 55 Prozent und dieser Wert sei überdurchschnittlich hoch im bundesweiten Vergleich der Commerzbank.

Da sie Unternehmenskunden bis zu einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro betreuen möchte, wurde die Verantwortung dafür Niederlassungsleiter Kube übertragen. Firmenkunden mit einem Jahresumsatz von mehr als 15 Millionen dagegen bleiben im Ressort von Rudi Maurer. Auch er meldet Zuwächse. So würden jetzt 490 Kunden in Ostwürttemberg vor Ort betreut, 18 mehr als 2017. Ihnen wurden Kredite in Höhe von 510 Millionen Euro ausgereicht. Mit einer Kombination aus persönlicher Nähe vor Ort und neuen digitalen Angeboten werde der Mittelstand einzigartig betreut.

Maurer: „Wir haben einen klaren Wettbewerbsvorteil im Mittelstand mit unserer ausgewiesenen Kompetenz bei Zins-, Währungs- und Rohstoffabsicherungen sowie im Außenhandelsgeschäft. Das sind Kompetenzfelder, die unsere Mittelständler in einem raueren globalen Umfeld intensiv nachfragen!“

Keine Aussagen zu einer möglichen Fusion

„Einen Zuwachs melden unsere Gesprächspartner schließlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Ihre Zahl ist in Ostwürttemberg um fünf auf 62 gestiegen.“ Bedeckt hielten sich Kube und Maurer dagegen bei der Frage nach denkbaren Auswirkungen bei einer möglichen Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank. Die Gespräche liefen ergebnisoffen auf der obersten Ebene. Solange dort keine Entscheidungen gefallen seien, könne man dazu keine Aussagen treffen.

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