Bundespräses fordert mehr Freude am Glauben

Lesedauer: 4 Min
Bundespräses fordert mehr Freude am Glauben
Bundespräses fordert mehr Freude am Glauben (Foto: Edwin Hügler)
Aalener Nachrichten
Edwin Hügler

Mehr Freude am Glauben und mehr Mut so wie Adolph Kolping das Christsein zu leben, hat beim Bezirkstag der Kolpingsfamilien im Salvatorheim in Aalen der Bundespräses Josef Holtkotte gefordert. Es gelte sich in der Gesellschaft jenen zuzuwenden, denen es nicht gut gehe und bei denen etwas nicht im Reinen sei.

„Wer Menschen gewinnen will, der muss sein Herz zum Pfande einsetzen“ habe der Gesellenvater Adolph Kolping gefordert und so zum Ausdruck gebracht, dass man sich mit ganzer Kraft für den Glauben und für die Menschen einsetzen müsse. Die Idee von Kolping trage in 60 Ländern der Erde Früchte und sei auch in Regionen, in denen die Katholiken in der Diaspora lebten, gegenwärtig. Als Beispiel dafür nannte er Görlitz an der polnischen Grenze mit einem Katholikenanteil von nur drei Prozent. Trotzdem gebe es hier eine lebendige Kirche und einen funktionierende Kolpingsfamilie.

Holtkotte beklagte, dass der Glaube in den Familien immer weniger gelebt und kaum noch über Gott geredet werde. Das gemeinsame Gebet in den Familien sei fast verschwunden. Er erzählte die Geschichte einer Frau, die glücksstrahlend als Erwachsene zum Glauben gefunden habe und getauft worden sei. Diese Freude am Glauben gelte es wieder stärker in den Vordergrund zu rücken.

Als Vorbilder nannte Holtkotte unter anderem Thomas Morus, der sich mit den Worten „Ich werde nie etwas tun, was gegen mein Gewissen ist“ der Forderung von Heinrich VIII widersetzt habe, sich vom Papst loszusagen und diese Haltung mit dem Leben bezahlen musste, aber auch Adolph Kolping mit seinem Einsatz für die Gesellen. Sein Werk sei auch heute noch eine Aktionsgemeinschaft. Es gelte sich um die Benachteiligten zu kümmern, das Christsein in die Welt hineinzutragen und Solidarität zu leben. Trotz aller Skandale müsse die Kirche für viele Menschen wieder eine Heimat werden. Sie sei ein Teil der Welt und müsse den Menschen Halt geben. Viele hätten heute Glaubenszweifel so wie Fridrich der Große, der einmal gesagt habe: „Gott, wenn es dich gibt, rette meine Seele, wenn ich eine habe“. Diese Zweifel gelte es auszuräumen und den Menschen im Glauben Heimat zu geben, sagte Holtkotte. Darin sei Adolph Kolping ein großes Vorbild.

Zu Beginn hatte der Bezirksvorsitzende Dieter Legner die rund 80 Gäste zum Bezirkstag begrüßt. Den Abschluss bildete ein Gottesdienst in der Salvatorkirche, den der Kolpingchor Ellwangen unter der Leitung von Ria Bullinger musikalisch umrahmte.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen