Brand in Industriehalle: Landwirte gehen mit Güllefässern gegen „Höllenfeuer“ vor

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„Es grenzt an ein Wunder, dass bei diesem Höllenfeuer niemand verletzt wurde und trotz der unglaublichen Hitze keiner der Atemsc
„Es grenzt an ein Wunder, dass bei diesem Höllenfeuer niemand verletzt wurde und trotz der unglaublichen Hitze keiner der Atemschutz-Träger umgekippt ist“, sagt Rainer Wagenblast, Pressesprecher der Technischen Einsatzleitung der Feuerwehren im Verwaltungsverband Schwäbischer Wald. (Foto: Bauer)
Gerold Bauer

In einer gemeinsamen Leistung ist es der Feuerwehr und dem THW schon früher als erwartet gelungen, das flammende Inferno in Durlangen in den Griff zu bekommen.

Dort war am Donnerstag gegen 1.40 Uhr eine Industriehalle in Brand geraten. Am Freitagnachmittag ist das letzte der Einsatzfahrzeuge abgerückt.

Der Durlanger Feuerwehrkommandant Achim Hägele, dem bei diesem Großbrand die Einsatzleitung oblag, drehte am Freitagnachmittag nochmals eine letzte Runde um die Überreste der abgebrannten Lagerhalle und überzeugte sich davon, dass wirklich keine Glutnester mehr vorhanden sind.

Es grenzt an ein Wunder, dass bei diesem Höllenfeuer niemand verletzt wurde und trotz der unglaublichen Hitze keiner der Atemschutz-Träger umgekippt ist.

Rainer Wagenblast, Pressesprecher Feuerwehr

Parallel dazu waren bereits die Brandermittler der Polizei am Werk. Hägele berichtete im Gespräch mit der „Rems-Zeitung“ am Brandort davon, wie man trotz des Zusammenbruchs der Löschwasserversorgung aus dem Leitungsnetz weiterhin den Brand bekämpfen konnte. Unter anderem wurden auch private Gartenpools angezapft.

Auf Löschwasserleitungen zur Lein und zum Rehnenmühlestausee hat man wegen der Entfernung und wegen des Höhenunterschieds hingegen verzichtete.

„Wir haben das Für und Wider besprochen“, erläuterte Rainer Wagenblast, Pressesprecher der Technischen Einsatzleitung der Feuerwehren im Verwaltungsverband Schwäbischer Wald.

„Man hätte fünf Pumpen dazwischenschalten müssen, um an Ende der Leitung 1600 Liter Löschwasser pro Minute zu gewinnen – angesichts der bis zu 15 000 Liter pro Minute benötigten Menge also keine effektive Lösung.“

Stattdessen habe man dank des Einsatzes von elf Landwirten mit ihren bis zu 20 000 Liter fassenden Güllewagen aus der Lein und dem Rehnenmühlestausee sehr viel Löschwasser geholt.

Dass so schnell so viele Bauern zur Hilfe eilten, sei den guten privaten Beziehungen der Feuerwehrleute zu verdanken. Viele Landwirte sind zudem aktive oder ehemals aktive Feuerwehrleute, so dass von dieser Seite die Hilfsbereitschaft immer sehr groß sei.

Noch keine offizielle Aussage zur Brandursache

Ein sehr gutes Zeugnis stellt die Technische Einsatzleitung auch der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Feuerwehren aus unterschiedlichen Gemeinden aus. „Bei so großen Einsätzen zahlt es sich aus, dass wir innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft häufig gemeinsam üben.“

Auf diese Weise entstehe das Vertrauen, dass man sich aufeinander verlassen kann. Auch die Vorgehensweise bei Einsätzen sei dann eingespielt und es spiele bei der Zusammenstellung der Trupps keine Rolle, aus welcher Gemeinde die Feuerwehrmitglieder kommen.

„Es grenzt an ein Wunder, dass bei diesem Höllenfeuer niemand verletzt wurde und trotz der unglaublichen Hitze keiner der Atemschutz-Träger umgekippt ist“, stellt Rainer Wagenblast heraus.

Dass der ehemalige Durlanger Kommandant Adolf Gottwald zufällig bei einer Veranstaltung in der Nähe war und bereits das Feuer in der Entstehungsphase mit Fotos dokumentieren konnte, machte den Brandermittlern die Suche nach dem Brandherd erheblich leichter.

Eine offizielle Aussage zur Brandursache gab es gestern noch nicht. Ob die Vermutung, es könne sich um einen Blitzschlag handeln, zutrifft, ist also momentan noch nicht zu sagen.

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