Bezirksliga: Unterkochen und der Palinkas-Effekt

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 Unterkochen (grünes Trikot) ist gegen Neuler gefordert.
Unterkochen (grünes Trikot) ist gegen Neuler gefordert. (Foto: Thomas Siedler)
Nico Schoch

Wenn man so will, dann ist Sven Palinkas der prädestinierte „Feuerwehrmann“ in der Fußball-Bezirksliga. Zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Jahren sprang er während der laufenden Saison als neuer Trainer ein und brachte den FV 08 Unterkochen zurück in die Spur. Einer ersten Ernüchterung soll nun ein Auswärtserfolg beim TV Neuler folgen.

Eigentlich wollte er im Sommer kürzer treten und habe sich bewusst dazu entschieden, künftig die Zweite Mannschaft des FVU zu coachen. „Doch das hat Stefan Kurz offenbar geschickt eingefädelt“, stellt Sven Palinkas schmunzelnd fest. Denn er war aus Sicht von Spielleiter Kurz der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt, um die Grün-Weißen nach dem Fehlstart und Rücktritt von Trainer Stefan Rettenmaier wieder auf Erfolgskurs zu bringen. „Die Mannschaft musste sich neues Selbstvertrauen arbeiten“, erklärt Palinkas rückblickend. Das gelang und zwar eindrucksvoll: Gegen Lauchheim (6:1), Lorch (4:0) und Gerstetten (6:0) wurden drei Kantersiege nacheinander eingefahren.

Palinkas kann ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt, während der Saison in die Bresche zu springen. Vor nicht ganz zwei Jahren übernahm der heute 38-Jährige den Trainerposten beim SV Neresheim, führte die Klosterstädter zum Klassenerhalt und legte vor der überraschenden Trennung zum vergangenen Jahreswechsel sogar die Grundlage zur Meisterschaft. Auch beim FVU erwarten ihn höhere Ambitionen als nur im hinteren Mittelfeld zu stehen wie aktuell. „Ein paar Spieler kannte ich gar nicht, muss ich zugeben“, so Palinkas, „doch mittlerweile passt das alles sehr gut.“ Die positive Tendenz bestärkt den neuen Mann an der Seitenlinie: „Die Truppe ist gut drauf, der Kader wieder voll besetzt.“ Der nach seinem Kreuzbandriss zurückgekehrte Angreifer Semir Velagic erzielte in den vergangenen fünf Partien gleich sechs Treffer, zudem fand sich in Semih Köksal (vormals SSV Aalen) noch ein erfahrener Co-Trainer. „Das Team ist gefestigt“, freut sich Palinkas, mahnt aber zugleich: „Wir müssen weiter an uns arbeiten.“

Etwas Ernüchterung

Durch die beiden Niederlagen gegen Nattheim (2:3) und Waldhausen (1:3) ist wieder etwas Ernüchterung im Häselbachtal eingekehrt. Gegen den noch unbezwungenen Tabellenzweiten hatten die Grün-Weißen sogar bis zur 63.Minute geführt. „Eigentlich schade, denn es wäre mindestens ein Punkt drin gewesen, wenn nicht sogar ein Sieg“, resümiert Palinkas, „doch wir haben in der zweiten Halbzeit zu wenig investiert.“ An den kommenden beiden Wochenenden warten laut dem Trainer „zwei Hochkaräter“. Diesen Sonntag gastiert Unterkochen (9./16 Punkte) beim TV Neuler (4./20), sieben Tage darauf geht es zum starken Neuling Hermaringen (7./18). Neuler befindet sich derzeit auf bestem Wege, seinen „Stotterer“, wie es Palinkas nennt, hinter sich zu lassen. Mit den „Hochkarätern“ vor der Brust dürfte Unterkochen ein heißer November bevorstehen, in dem sich zeigen wird, ob sich der „Palinkas-Effekt“ weiter positiv auswirkt. „Es ist ganz klar der Anspruch von mir und meiner Mannschaft, um die ersten sechs Plätze mitzuspielen“, gibt der Trainer die Marschroute aus. Im Abstiegskampf hat Kirchheim/Trochtelfingen (15./11) mit ihrem 3:1-Heimerfolg über Schwabsberg-Buch das dringend benötigte Lebenszeichen gesendet und will nun beim Landesliga-Absteiger FC Bargau (6./18) für eine Überraschung sorgen. Für Schwabsberg-Buch (13./13) hingegen hat sich die Lage weiter verschärft. Beim kommenden Gegner ist die Stimmungslage völlig entgegengesetzt: Der Mitaufsteiger SC Hermaringen (7./18) hat seinen schwachen Start hinter sich gelassen und sechs der vergangenen neun Partien gewonnen.

Allen Frust von der Seele geschossen hat sich derweil Lauchheim (11./15) mit dem 8:2 beim Schlusslicht Großdeinbach. Das neu gewonnene Selbstvertrauen gilt es mitzunehmen, um auch vor heimischer Kulisse gegen Heldenfingen/Heuchlingen (8./17) zu überzeugen. Großdeinbach (16./4) kämpft im Gastspiel bei Lorch (12./13) wohl schon um seine allerletzte Chance. In sicherer Gefilde vorgearbeitet hat sich Hofherrnweiler II (5./18), das nun zur TSG Nattheim (10./15) fährt.

Die beiden Titelkandidaten sind dem Rest des Feldes bereits um 13 (!) Punkte enteilt. Waldhausen erwartet eine knifflige Aufgabe bei Schnaitheim (3./21). Parallel dazu gastiert Bettringen in Gerstetten (14./11).

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