Bezirksliga: Der Spitzenreiter ist verwundbar

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 Die TSG U23 (rote Trikots) und Unterkochen duellierten sich zuletzt.
Die TSG U23 (rote Trikots) und Unterkochen duellierten sich zuletzt. (Foto: Peter Schlipf)
Nico Schoch

In der Spitzengruppe der Fußball-Bezirksliga jagt ein Topspiel das nächste. Eine Woche nach dem Derbysieg in Waldhausen hofft der drittplatzierte SV Neresheim darauf, auch dem nächsten Meisterschaftskandidaten ein Bein stellen zu können. Die Gäste aus Nattheim sind bislang unbezwungen, doch SVN-Trainer Sven Palinkas wittert die Chance für eine Überraschung.

Erst ein halbes Jahr ist es her, seit Palinkas den vakanten Posten des Cheftrainers in Neresheim übernommen hat. Seitdem kann der 37-Jährige eine positive Bilanz aufweisen: In 18 Spielen unter seiner Regie gab es zehn Siege. In der Vorsaison wurde die Abstiegsgefahr spät gebannt, nun bietet sich die Chance, die Zittersaison vergessen zu machen und im Optimalfall sogar vorne anzuklopfen. „Wir haben uns gezielt mit jungen, hungrigen Spielern verstärkt, um etwas langfristiges aufzubauen“, sagt Palinkas, der auf ein deutlich ruhigeres Jahr hofft als zuletzt. Aktuell darf er sich über Rang drei freuen. „Natürlich freut man sich, montags die Zeitung aufzublättern und sich in der Tabelle oben zu sehen“, so der SVN-Coach.

Sein „zusammengewürfelter Haufen“, der erst seit wenigen Monaten zusammenspielt, hat sich zuletzt nach den beiden Niederlagen in Wört und gegen Schnaitheim (Palinkas: „Das war kein Beinbruch“) schnell wieder aufgerappelt. Die jüngsten Siege gegen Ellwangen (3:1) und Waldhausen (1:0) waren die richtige Antwort, um eine Negativserie zu verhindern. Palinkas selbst will mit seinem Team ins obere Drittel, bleibt aber trotz des guten Starts demütig: „Auf uns warten große Kaliber, doch wir müssen auch in der Lage sein, gegen die vermeintlich kleineren Gegner im Kopf umzuschalten. Denn wir sind noch nicht gefestigt genug, um jeden Gegner herspielen zu können.“ Genau diese Erkenntnis bestätigte sich am Mittwoch mit dem Pokalaus beim Gmünder A-Ligisten TV Straßdorf (2:3). Nur allzu gerne würde der SV Neresheim (3./15 Punkte) vor heimischer Kulisse dem Spitzenreiter TSG Nattheim (1./19) seine erste Niederlage zufügen.

Neuler empfängt Favoriten

Die TSG musste in der Vorwoche beim 2:2 gegen Neuling Wört ihren ersten Punktverlust hinnehmen. „Wir haben gesehen, dass Nattheim verwundbar ist“, betont Palinkas. Nutznießer des Topduelles in Neresheim könnte Landesliga-Absteiger SG Bettringen (2./18), für Palinkas der „ganz klare Favorit“ auf die Meisterschaft, sein. Die SGB muss allerdings beim TV Neuler (11./9) eine schwierige Auswärtsaufgabe lösen. Ebenso knifflig dürfte es für die TSG Schnaitheim (4./14) beim TV Heuchlingen (7./12) werden. Der FV Unterkochen (5./13) will derweil seinen Positivtrend auch gegen die kriselnden Sportfreunde Lorch (14./4) um ihren im Aalener Raum wohlbekannten Spielertrainer Gioacchino Colletti fortsetzen. Einen supoptimalen Start in die Saison hat der SV Waldhausen (6./12) hingelegt, die 0:1-Derbyniederlage gegen Neresheim inklusive zweier Platzverweise war ein weiterer herber Rückschlag für den amtierenden Vizemeister. Im Gastspiel beim FC Ellwangen (16./1) ist ein Sieg Pflicht, doch Vorsicht ist geboten: Der weiterhin sieglose Tabellenletzte befindet sich im Aufwind, verpasste zuletzt in letzter Sekunde einen Auswärtssieg in Schnaitheim.

Die TSG Hofherrnweiler II (8./10) hingegen will nach den jüngsten beiden Rückschlägen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, muss dazu aber beim VfL Gerstetten (12./7) bestehen. Aufsteiger SV Wört (9./9) bietet sich zugleich die Chance, sich weiter von der Gefahrenzone abzusetzen: Ein Heimerfolg gegen Mitaufsteiger AC Milan Heidenheim (15./4) würde für weitere Sicherheit sorgen. Auf dem Programm steht am Sonntag auch ein spannendes Derby zweier Teams, die nur knapp oberhalb der Abstiegsränge rangieren: Weder der SV Lauchheim (10./9) noch die SGM Kirchheim/Trochtelfingen (13./6) haben in dieser Paarung etwas zu verschenken.

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