Beziehung in Unschärfe: Stadttheater bereitet sich auf Premiere vor

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 Georgie (Diana Wolf) und Alex (Bernd Tauber) haben nur auf den ersten Blick wenig gemeinsam im Stück „Heisenberg“ von Simon Ste
Georgie (Diana Wolf) und Alex (Bernd Tauber) haben nur auf den ersten Blick wenig gemeinsam im Stück „Heisenberg“ von Simon Stephens. Am Sonntag, 15. Dezember, um 20 Uhr feiert die Aalener Inszenierung im Alten Rathaus Premiere. (Foto: Theater Aalen/Karolina Tomanek)

Termine: 15. (Premiere), 21. und 29. Dezember um 20 Uhr, am 30. Dezember um 19 Uhr, am 31. Dezember um 21 Uhr, jeweils im Alten Rathaus; am 17. Januar um 20 Uhr im Konzerthaus Heidenheim; am 18. und 19. Januar um 20 Uhr im Alten Rathaus. Karten und Infos: Telefon 07361 / 522 600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder www.theateraalen.de

Als „Kammerspiel“ mit zwei ganz unterschiedlichen Charakteren bezeichnet Regisseur Tonio Kleinknecht das Stück „Heisenberg“, das am Aalener Stadttheater am Sonntag, 15. Dezember um 20 Uhr auf der Bühne im Alten Rathaus Premiere hat. Bernd Tauber als Alex und Diana Wolf als Georgie spielen die Hauptrollen in Simon Stephens Stück – und natürlich ein Karussell, das Bühnenbildnerin Annette Wolf ins Zentrum der Inszenierung rückt.

2016 feierte „Heisenberg“ des international angesagten New Yorker Autors Simon Stephens am Schauspielhaus Düsseldorf Erstaufführung in Deutschland. „Ein tolles Stück über eine ganz ungewöhnliche Liebesbeziehung“, so Kleinknecht. Georgie, 41 Jahre alt, quirlig, lebensfroh, emotional, forsch, lernt – auf ungewöhnliche Weise – Alex kennen, 73 Jahre alt, Metzger, wortkarg und ein „Gewohnheitsmonster“.

„Auf Grund ihres Alters, ihrer Gewohnheiten und ihrer Lebenspläne“, erklärt Kleinknecht, „sind die beiden weit voneinander weg. Zwei Menschen, die sich im normalen Leben eigentlich nicht begegnen – und doch funktioniert's.“ Für ihn ist das auch ein schönes Bild für die Gesellschaft. Die beiden geben ihrer Beziehung eine Chance, „eine Geschichte, die Mut macht, sich aufeinander einzulassen“, verspricht der Regisseur.

Heisenbergs Unschärfetheorie

Namensgebend ist der Physiker Werner Heisenberg, dessen Name im Stück allerdings gar nicht auftaucht. Der Nobelpreisträger hat die Theorie der Unschärferelation entwickelt, die Kleinknecht – nach Rücksprache mit dem Physiklehrer seiner Tochter und vereinfacht – so erklärt: „Wer sich aufs Detail konzentriert, sieht nicht das große Ganze – und umgekehrt. Es muss im Leben nicht alles klar, scharf und messbar sein.“

Diese Unschärfe in den menschlichen Beziehungen ist das Thema des Stücks, und noch mehr, wie Dramaturgin Tina Brüggemann anfügt: „Stephens arbeitet sich an den Stereotypen ab. Ist Gewohnheit etwas Männliches? Oder ist alles Neue weiblich?“

Tisch, Bett oder Sitzgelegenheit

Es dreht sich also um die Liebe, um Beziehungen. Und damit sich das auch drehen kann, hat Bühnenbildnerin Annette Wolf ein Karussell ins Zentrum gerückt, das die Innen- und auch die Außenszenen abbilden soll. „Es kann mal Tisch, mal Sitzgelegenheit oder auch mal ein Bett sein“, erklärt sie, „eine Kombination aus abstrakt und praktisch – aber doch immer ein Bild.“ Zudem muss das Bühnenbild mobil sein, denn im Januar reist die Inszenierung zum Gastspiel ins Heidenheimer Konzerthaus.

Zum Schluss schlagen Brüggemann und Kleinknecht noch den Bogen zum aktuellen Spielzeitmotto „Welche Sprache passt zu mir?“. „Georgie und Alex sind zwei Figuren, die ganz unterschiedlich kommunizieren“, schließt Dramaturgin Brüggemann ab, und Regisseur Kleinknecht fügt an: „Das Gemeinsame ist, dass sie sich ihre Sprache lassen.“

Termine: 15. (Premiere), 21. und 29. Dezember um 20 Uhr, am 30. Dezember um 19 Uhr, am 31. Dezember um 21 Uhr, jeweils im Alten Rathaus; am 17. Januar um 20 Uhr im Konzerthaus Heidenheim; am 18. und 19. Januar um 20 Uhr im Alten Rathaus. Karten und Infos: Telefon 07361 / 522 600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder www.theateraalen.de

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