Bezaubernde Klänge zum Jahresende

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 Rund 1000 Zuhörer genossen das Silvesternachtskonzert in der Aalener Stadtkirche von Maximilian Sutter (Trompete) und Thomas Ha
Rund 1000 Zuhörer genossen das Silvesternachtskonzert in der Aalener Stadtkirche von Maximilian Sutter (Trompete) und Thomas Haller (Orgel). (Foto: Schlipf)
Gerhard Krehlik

Man sieht es der Stadtkirche Aalen gar nicht an, dass sie Platz für immerhin rund 950 Menschen bietet und trotzdem haben sich auch in diesem Jahr beim Konzert in der Silvesternacht zahlreiche Besucher mit einem Platz auf den Treppen, oder einem Stehplatz begnügen müssen. Der Wunsch so vieler Menschen, die vorletzte Stunde des zu Ende gehenden Jahres bei guter Musik in der Stadtkirche zu verbringen ist eine schöne Tradition und dabei – das nur am Rande – völlig emissionsfrei.

Zum Jahresausklang ist natürlich festliche Musik gefragt und wer wäre dafür besser geeignet, als die Königin der Instrumente, die Orgel und ihr Pendant, die Trompete. Mit dem jungen Trompeter Maximilian Sutter – er kommt aus Wasseralfingen – und dem musikalischen Hausherrn der Stadtkirche, Kirchenmusikdirektor Thomas Haller, stehen für ein solches Konzert lokale Musiker auf professionellem Niveau zur Verfügung. Ergänzt wurde das Team in diesem Jahr durch den Kirchenmusikpraktikanten Markus Piringer an der Orgel.

Maximilian Sutter überzeugte auf der Hoch-B-Trompete im „Concerto San Marco“ von Tomaso Albinoni – in Trompeterkreisen beliebt, aber auch gefürchtet – sowohl durch seinen eleganten, klaren Ton, der auch in höchster Lage nichts von seiner Substanz und seiner Reinheit verlor, als auch durch seine geschmeidige Grifftechnik und die absolute Treffsicherheit in den raschen Skalen und Intervallsprüngen der beiden schnellen Sätze. Im majestätischen Kopfsatz des Concerto, von Thomas Haller zuverlässig auf der Orgel begleitet, bezauberte Sutter die Zuhörer durch eine sensibel gestaltete Kantilene und sein mühelos klingendes Spiel in höchster Lage.

Zwischen mystisch und energisch

Diese musikalischen Qualitäten des jungen Solisten prägten auch einen Satz von Joseph Mouret am Anfang des Konzerts sowie eine Sonate von Giovanni Buonaventura und das Trompetenkonzert in D-Dur von Giuseppe Torelli. Dieser barocken Klangpracht stellte Markus Piringer Orgelmusik aus dem 20. Jahrhunderts reizvoll gegenüber. Die beiden Sätze „Sicilienne“ und „Toccata“ aus der Suite op. 5 von Maurice Duruflé konnten unterschiedlicher nicht sein. Die Sicilienne registrierte Piringer ausgesprochen behutsam und leise, sodass sie fast schon mystisch wirkte. In der Toccata agierte er dagegen kraftvoll und energisch, mit virtuoser Technik.

Pfarrer Bernhard Richter stellte die Worte der Bergpredigt aus Matthäus 16 und den Text von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar geborgen…“ in den Mittelpunkt seiner Begrüßung und der Lesung. Nach dem Segen und dem gemeinsam gesungenen Lied ging es hinaus in die letzte Stunde des Jahres 2019.

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