Bauwirtschaft beklagt Kostensteigerung

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 Am Rande der Innungsversammlung (von links): Eberhard Fuchs, Steffen Fuchs, Hauptgeschäftsführer Thomas Möller, Matthias Jooß u
Am Rande der Innungsversammlung (von links): Eberhard Fuchs, Steffen Fuchs, Hauptgeschäftsführer Thomas Möller, Matthias Jooß und Obermeister Simon Haag (Foto: Bau-Innung Aalen)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Bei ihrer Hauptversammlung hat die Bau-Innung Aalen intensiv über die Kostensteigerungen im Baubereich diskutiert. Obermeister Simon Haag hat dabei klargestellt: „Die höheren Umsätze kommen nur zu einem geringen Teil den Unternehmen selbst zugute. Preissteigerungen des Handels und der Rohstofflieferanten belasten die Baufirmen.“

Als Beispiel nannte der Obermeister die stark gestiegenen Preise für Sand. „Die Abbauflächen für Sand sind in Deutschland begrenzt, die Nachfrage aufgrund des Baubooms hoch, so dass die Preise überproportional steigen“. Die Deponieknappheit in Deutschland sowie die erneut gestiegenen Mautgebühren seien weitere Kostenfaktoren. Ebenfalls kostensteigernd wirkt sich der Tarifabschluss mit 5,7 Prozent vom vergangenen Jahr aus.

„Wenn die Bauunternehmen die steigenden Kosten in Form von Preiserhöhungen weitergeben, so ist dies betriebswirtschaftlich notwendig. Jeder Betrieb muss auskömmliche Preise erzielen, um sein Überleben und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern“, so Haag.

Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft stellt sich vor

Als Gast begrüßte Obermeister Haag den neuen Hauptgeschäftsführer des Verbandes Bauwirtschaft Baden Württemberg, Thomas Möller. Dieser stellte die Leistungen des neu aufgestellten Verbandes dar. „Mit der Fusion der badischen und württembergischen Verbände können wir unsere Mitglieder noch besser vertreten“, stellte Möller fest. „Der Verband wird sich in Zukunft stärker in der Lobbyarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit engagieren.“ Als Beispiele nannte er den Kontakt zu Ministern und Ressortleitern Stellungnahmen bei Bürgerbegehren, oder den Kampf gegen Fahrverbote. Darüber hinaus will sich Möller dafür einsetzen, der Öffentlichkeit die Vorteile des Massivbaus nahe zu bringen.

Obermeister Simon Haag sprach von einer sich schnell verändernden Welt: „Der Dieselskandal in Deutschland, Separatismus in Großbritannien oder die hohe Staatsverschuldung Italiens haben negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Bislang ist das Bauhandwerk jedoch davon verschont geblieben.“ Und so konstatierte der Obermeister ein positives Jahr 2018. Dennoch gebe es hausgemachte Probleme wie den zu langsamen Ausbau der digitalen Infrastruktur oder der Investitionsstau im Verkehrswegebau. Ebenso seien weitere Anstrengungen im Wohnungsbau notwendig, um den hohen Bedarf befriedigen zu können. Die Auslastung der Betriebe bezeichnete der Obermeister als gut. Die Beschäftigung legte letztes Jahr um drei Prozent zu, der Umsatz um gut zehn Prozent.

Der Vorsitzende der Gesellenprüfungskommission, Steffen Fuchs, informierte über die Prüfungen des vergangenen Jahres. Alle elf Teilnehmer hätten die Prüfung mit einem guten Durchschnitt von 2,3 bestanden. Ein Preis und zwei Belobigungen wurden vergeben. Ein großer Dank galt Reinhold Berhalter, der sich 30 Jahre im Gesellenprüfungsausschuss engagiert hatte.

Der Leiter des BZ-Bau, Petrus Uhl, berichtete, dass mittelfristig auf dem Gelände des Bildungszentrums ein Internat erstellt werden soll. Uhl stellte fest, dass in Zukunft mehr Übernachtungsmöglichkeiten benötigt würden, weil sich das Einzugsgebiet vergrößert habe.

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