Basketball: Ungewohntes Tabellen-Nachbarschaftsduell

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 Punktelieferant: Dewayne Russell.
Punktelieferant: Dewayne Russell. (Foto: dpa/Uwe Anspach)
Aalener Nachrichten

Zum 15. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga und gleichzeitig ersten Spiel im neuen Jahr erwarten die HAKRO Merlins Crailsheim niemand geringeren als den neunmaligen deutschen Meister Brose Bamberg in der Arena Hohenlohe. Wohl kaum einer hätte vor der Saison damit gerechnet, dass die die Partie zu diesem Zeitpunkt ein Aufeinandertreffen zweier punktgleicher Teams sein wird, die jeweils mit acht Siegen und fünf Niederlagen auf einem Playoff-Platz rangieren. Tip-off der Begegnung ist am Samstag um 20.30 Uhr.

Nach einer kleinen Durststrecke mit drei Niederlagen gegen München, Frankfurt und Würzburg, sind die HAKRO Merlins durch den Sieg in Braunschweig und den Gewinn des Derbys gegen ratiopharm Ulm wieder zurück in der Erfolgsspur und konnten dadurch die Euphorie in und um Crailsheim wieder neu entfachen. Vor allem der Derbysieg gegen die Ulmer vor ausverkauftem Haus kann schon jetzt als eines der Highlights der Saison gezählt werden. In einem unterhaltsamen Spiel siegten die Zauberer am Ende mit 91:79 und stehen damit auf Platz fünf der easyCredit Basketball Bundesliga.

Den nächsten Heimsieg können die Crailsheimer bereits an diesem Samstag einfahren, was angesichts des Gegners, Brose Bamberg, allerdings alles andere als einfach werden wird. Die Oberfranken hatten, ähnlich wie die Merlins, vor der Saison ihren Kader nahezu komplett neu zusammengestellt und dabei den Fokus auf eine Verjüngung der Mannschaft gelegt. Zuletzt musste man sich dem FC Bayern Basketball geschlagen geben, was aktuell punktgleich mit den Crailsheimern Rang sechs bedeutet. Vor allem Center Assem Marei weiß bislang von sich zu überzeugen.

Knappe Niederlage gegen Bayern

„Um mithalten zu können müssen wir es schaffen Assem Marei in der Zone in den Griff zu bekommen und unser Rebounding verbessern“, erklärt Merlins-Coach Tuomas Iisalo. Der Ägypter ist gleichzeitig bester Scorer (13.5 Punkte pro Spiel) und der erfolgreichste Rebounder (6.5 Rebounds pro Spiel) im Team der Oberfranken.

Während die Bamberger insgesamt das etwas bessere Rebounding-Team sind (36.1 vs. 35.3 RPG), erzielen die Crailsheimer im Schnitt gut sieben Punkte mehr als Brose Bamberg (83.9 vs. 91.1 PPG). Bei den Quoten von der Dreier- und Freiwurflinie haben ebenfalls die Zauberer die Nase vorne, wohingegen die Oberfranken aus dem Zweipunktebereich hochprozentiger abschließen. Wirft man einen Blick auf die individuellen Statistiken, so findet man zahlreiche Spieler der beiden Mannschaften unter den besten zehn der jeweiligen Kategorie.

Auf Seiten der Merlins ist Javontae Hawkins mit 17.1 Punkten im Durchschnitt viertbester Punktesammler der Liga und DeWayne Russel belegt mit 6.2 Vorlagen pro Partie im ligaweiten Vergleich Rang Fünf. Bambergs Paris Lee verteilt durchschnittlich 6.5 Assists (Rang drei), während Luis Olinde mit 1.1 geblockten Würfen (Rang Vier) dem Gegner das Leben schwer macht. Auch diesmal wird wieder entscheidend sein, ob die Crailsheimer ihr starkes Teamspiel auf das Parkett bringen. Neben Hawkins punkten außerdem mit Herrera, Morgan, Russel, Jones und Ford gleich fünf(!) weitere Merlins im Mittel zweistellig.

Aus diesem Kollektiv müssen die Crailsheimer Korbjäger am Samstag allerdings neben dem verletzten Dejan Kovacevic auch auf Maurice Stuckey verzichten. Der Ex-Bamberger und Neu-Merlin wird am Samstag gegen seinen ehemaligen Klub nicht zum Einsatz kommen, da ein Bestandteil der Vereinbarung beider Teams war, dass Stuckey im ersten Aufeinandertreffen beider Klubs nicht spielen wird.

„Physisches und diszipliniertes Half-Court-Team. So würde ich Bamberg beschreiben. Sie haben Länge und Athletik auf der Guard-Position und ihre großen Spieler sind harte Arbeiter. Es ist eine gute Kombination und daher nicht überraschend, dass sie defensiv und beim Rebound so gut sind“, erläutert Tuomas Iisalo zur anstehenden Begegnung.

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