Bäume: Erhalt kommt vor der Säge

Forstingenieur Christian Gruss und Martin Went bei einer Bohrwiderstandsmessung an einer Trauerweide auf dem Friedhof Wasseralfi
Forstingenieur Christian Gruss und Martin Went bei einer Bohrwiderstandsmessung an einer Trauerweide auf dem Friedhof Wasseralfingen. (Foto: Stadt Aalen)
Aalener Nachrichten

Straßenbäume im öffentlichen Raum haben eine hohe Bedeutung, denn Bäume verbessern das Stadtklima, die Luftreinheit und die Lebensqualität. Gerade nach der Trockenheit der vergangenen Jahre ist eine konsequente Überprüfung der Verkehrssicherheit und Gesundheit der städtischen Bäume nötig. Das ist jetzt in Aalen geschehen. Und die Stadt hofft, trotz festgestellter Schäden möglichst viele der Straßenbäume erhalten zu können.

Der Baum gilt als „positive Klimamaschine“, er bindet Kohlendioxid, produziert Sauerstoff, ernährt Regenwürmer, filtert Staub und Schadstoffe, bietet Vögeln, Säugetieren und Insekten Lebensraum, Nahrung und Nistplatz, wirkt positiv auf die Psyche der Menschen, bindet Wasser und gibt dieses phasenweise wieder ab. Bäume können auch als Klimaregler bezeichnet werden.

Bei der regelmäßigen Baumkontrolle wurden an einigen alten Bäumen in Aalen schwere Schäden festgestellt. Darum traf sich Diana Reuther vom städtischen Amt für Umwelt, Grünflächen und umweltfreundliche Mobilität mit den Baumkontrolleuren Christian Gruss und Martin Went, um die Schäden zu beurteilen und über das weitere Vorgehen zu beraten.

„Natürlich könnte man die Bäume einfach fällen, aber dafür haben wir diesen Beruf nicht gewählt“, sind sich die Verantwortlichen einig. Das Ziel ist es, die alten, aber geschädigten Bäume möglichst lange zu erhalten. Dabei sollen die Bäume sowohl schön anzusehen als auch sicher für Spaziergänger, Verkehrsteilnehmer und Anlieger sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden nach der üblichen Kontrolle der Bäume sogenannte Bohrwiderstandsmessungen durchgeführt. Dabei wird die Restwandstärke eines geschädigten Baumes überprüft. Glücklicherweise können fast alle Bäume erhalten werden.

„Leider müssen wir aber einige stärkere Schnitte in den Baumkronen durchführen, um die Last auf Stamm und Wurzelstock zu verringern“, erklärt Baumkontrolleur Christian Gruss aus Wäschenbeuren. „Bei einem Baum in einem Schulhof haben wir eine weit fortgeschrittene Wurzelfäule festgestellt. Zur Sicherheit der Kinder kommen wir wahrscheinlich um eine Fällung nicht herum. Aber vielleicht finden wir noch einen Weg den Baum standsicher zu erhalten“, hofft Diana Reuther.

In Aalen und in den dazugehörigen Ortschaften sind derzeit über 16 000 Bäume im städtischen Baumkataster erfasst. Diese Bäume werden turnusmäßig (jährlich oder alle zwei Jahre) von ausgebildeten und zertifizierten Baumkontrolleuren auf ihre Verkehrssicherheit überprüft.

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